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Der Don Quichote von Tönnishäuschen?

Geschrieben von DocChicago

Bernhard Schwarte kämpft seit zehn Jahren wie ein moderner Don Quichote gegen die Windenergie-Politik. Der Landwirt, der in der Konzentrationszone Ahlen-Nord am Alten Münsterweg wohnt, fühlt sich in seiner Lebensqualität seit Jahren massiv eingeschränkt.

WindkraftanlagenAuf dem Wohnzimmertisch liegt ein dicker Aktenordner, der sich im Laufe der vergangenen Jahre mit Klagen, Widersprüchen und Stellungnahmen der Behörden gefüllt hat. Bernhard Schwarte blättert darin und zieht ein Schreiben des Kreises Warendorf hervor. „Auf unserem Grundstück hat es vor Jahren Kontrollmessungen gegeben. 45 Dezibel ab 22 Uhr sind erlaubt – eine Messung ergab 48,8 Dezibel. Doch ein gesetzlicher Passus ermöglichte es dem Kreis, drei Dezibel abzuziehen“, ärgert sich Schwarte über diese, wie er sagt, „Tricksereien“ der Behörden.

An manchen Tagen höre es sich an, als wenn ein Lkw mit laufendem Motor unterm Wohnzimmerfenster stehe, berichtet Schwarte über die Lärmimmissionen, die besonders deutlich bei einer mittleren Windgeschwindigkeit zu vernehmen seien, wenn die Umgebungsgeräusche gering seien. Ab 22 Uhr müssten die Mühlen allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren werden. Dafür blinkten die Signalfeuer (Warnlampen) nachts um die Wette, sagt er.

Bernhard SchwarteBernhard Schwarte, ein Vorhelmer Urgestein, der auch jahrzehntelang als Oberst in der Antonius-Schützenbruderschaft im kleinsten Ahlener Ortsteil Tönnishäuschen tätig war, ärgert sich aber auch tagtäglich über den „verspargelten Anblick“. Und zum Beweis deutet er auf die Fenster in seinem Wohnzimmer: „Wir können aus keinem Fenster schauen, ohne ein Windrad zu sehen.“ Den Schlagschatten der Rotorblätter empfindet er dagegen weniger als Belästigung.

Die aktuelle Auseinandersetzung um den Ausbau der Windenergie in Ahlen verfolgt Bernhard Schwarte mit Interesse, aber auch mit einer Portion Enttäuschung: „Wo wart Ihr denn, als ich protestiert habe?“, habe er die Gegner gefragt, die jetzt gegen die neuen Vorrangzonen vorgehen. Er sei seinerzeit ein Einzelkämpfer gewesen. Die Unterschriftenaktion der Initiative Gegenwind habe er trotzdem unterstützt.

Er könne den protestierenden Bürgern nur einen Rat geben: „Glauben Sie keinem Politiker.“ Denn diese sind nach Meinung Schwartes für den Windwahn verantwortlich. „Den Betreibern mache ich keinen Vorwurf“, stellt Schwarte klar. Diese nutzten nur ihre gesetzlichen Möglichkeiten, die die Politik geschaffen habe. Das gute nachbarschaftliche Verhältnis habe nicht darunter gelitten, sagt er.

Ahlener TageblattAhlener Tageblatt, Bericht: Maria Kessing, Fotos: Archiv

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