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Halten bald wieder Züge in Vorhelm?

Geschrieben von Dierk Hartleb

CDU-Kreistagsmitglied Franz-Josef Buschkamp macht sich dafür stark, die Haltestelle in Vorhelm-Bahnhof wieder zu reaktivieren. Davon profitieren würden nach Meinung Buschkamps auch die umliegenden Orte.

„Es lohnt sich, die Reaktivierung des Bahnhaltepunkts Vorhelm zu prüfen.“ Mit diesen Worten reagiert der CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum auf den Vorschlag von Franz-Josef Buschkamp , den 1988 stillgelegten Bahnhof in Vorhelm zu revitalisieren.

„Ich verspreche mir einiges davon“, sagt Franz-Josef Buschkamp im Gespräch mit der „Ahlener Zeitung“. Der Mobilitätsexperte der CDU-Kreistagsfraktion hat dabei vor allem die Neuansiedlung des US-amerikanischen Online-Versandhändlers „ Amazon “ in Oelde im Blick, der sich anschickt, zu einem der größten Arbeitgeber der Region zu werden.

„Der Einzugsbereich reicht über Vorhelm und Tönnishäuschen deutlich hinaus“, prognostiziert Buschkamp und zählt die Umlandgemeinden und Ortsteile Sendenhorst, Enniger und Hoetmar hinzu. Mit dieser Einschätzung befindet sich der Kreistagspolitiker in völliger Übereinstimmung mit Rehbaum, der allein das Bevölkerungspotenzial in Vorhelm, Tönnishäuschen und Enniger auf 8000 taxiert. „Mit einer Bahnanbindung Richtung Ostwestfalen und Ruhrgebiet würde die Attraktivität von Vorhelm zum Wohnen und Arbeiten weiter steigen“, ist Henning Rehbaum überzeugt.

Den baulichen Aufwand hält der CDU-Landespolitiker für überschaubar. „Ein Bahnhaltepunkt braucht heute kein Bahnhofsgebäude mehr, sondern als Ausstattung einen Bahnsteig mit 76 Zentimeter Höhe, einem Wartehäuschen und Beleuchtung sowie Park & Ride-Plätze und nicht zu vergessen Fahrradabstellanlagen.“ Eine Notwendigkeit, Fahrkartenautomaten aufzustellen, sieht Rehbaum nicht, weil es bei der Eurobahn Automaten in den Zügen gibt.

„Ich werde dieses Vorhaben in Düsseldorf unterstützen“, kündigt der Abgeordnete an. Voraussetzung sei allerdings, dass der zuständige Zweckverband für den Schienenpersonennahverkehr im Münsterland einen entsprechenden Antrag an das Land stelle. Zudem kann Rehbaum auf Beispiele aus jüngster Zeit verweisen, in der kleine Haltepunkte reaktiviert worden sind. „Erst letztes Jahr wurde der Bahnhaltepunkt Münster-Meck­lenbeck nach 27 Jahren wiedereröffnet“, hält der CDU-Politiker fest. Und Franz-Josef Buschkamp ergänzt, dass auch Warendorf-Müssingen erst vor kurzem wieder ans Netz gegangen ist.

Die Bahnstation Vorhelm war 1988 von der DB aufgegeben worden, drei Jahre vor dem 100. Geburtstag. Begründet hatte die Bahn ihren Rückzug aus Vorhelm seinerzeit mit den rückläufigen Fahrgastzahlen und der zu geringen Beschleunigungsmöglichkeit zwischen Ahlen und Neubeckum. Durch den Halt in Vorhelm verlängere sich die Fahrzeit bis zum nächsten ICE-Bahnhof Bielefeld um zwei Minuten.

Inzwischen gibt es auf der Strecke zwischen Hamm-Bielefeld mit der Eurobahn einen zweiten Anbieter, der auch an kleinen Stationen wie Isselhorst-Avenwedde und Brackwede halten lässt.

Am kommenden Montag will Franz-Josef Buschkamp seinen Vorschlag bei der Zweckverbandsversammlung, der er vorsitzt, zur Diskussion stellen. „Was vor 30 Jahren vielleicht richtig war, muss heute nicht mehr zutreffen“, erklärt der Mobilitätsfachmann. Gerade mit Blick auf die derzeitige Klimadiskussion und eine umweltfreundliche Fortbewegung würden auch kleinere Haltestellen wieder an Bedeutung gewinnen.

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Dierk Hartleb

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