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Rückbau der Schützenhalle?

Geschrieben von Christian Wolff

Vor mehr als 40 Jahren wurde die Festhalle der Vorhelmer Schützen im Nachtkamp auf beiden Längsseiten erweitert. Nun stellt sich heraus: Diese Erweiterung hätte es gar nicht geben dürfen, denn offenbar steht das Gebäude damit zumindest teilweise im Sperrbereich über einer Gasleitung.

Die im Jahr 1962 errichtete Schützenhalle auf dem Festplatz im Nachtkamp wurde Mitte der 1970er Jahre auf beiden Längsseiten erweitert – mit Genehmigung des damaligen Amts Vorhelm. Erst jetzt fiel auf, dass die Holzkonstruktion damit teilweise über einer Gasleitung steht, über der jegliche Bebauung untersagt ist. Foto: Theo Keseberg „Uns hat das Ganze ebenso kalt erwischt wie Euch“, gestand der Vorsitzende Friedrich Eilert und blickte in Schlaglichtern auf die Entstehungsgeschichte der Anlage. Demnach sei im Jahr 1960 das erste Schützenfest im Nachtkamp gefeiert worden. Möglich gemacht habe dies der Eigentümer Georg Graf Droste zu Vischering, dessen Nachfahren die Fläche bis heute im Besitz haben. 1962 sei der mittlere Teil der Schützenhalle aus Balken der früheren Wirtschaftsgebäude von Haus Vorhelm errichtet worden. „Um 1965 erwarb die damalige Ruhrgas-AG das Nießbrauchsrecht für die Verlegung einer Gasleitung mit 60 Zentimetern Durchmesser und 100 Bar Maximaldruck“, so Eilert. „1974 wurde die Halle auf beiden Seiten um etwa fünf Meter erweitert.“

Die damals selbstständige Gemeinde Vorhelm erteilte für die Erweiterung auch eine Baugenehmigung, da besagte Leitung auf ihren Plänen schnurgerade über den Nachtkamp führt und damit von möglichen Abstandsflächen nicht tangiert wurde. Bei einer neuerlichen Kontrolle des Versorgers stellte sich jedoch heraus, dass die Gasleitung mitten auf dem Platz einen deutlichen Knick macht. Die Schützen vermuten, dass eine stattliche Eiche dafür verantwortlich war, deren Wurzeln beim Bau umgangen wurden.

Fragen aus den Reihen der Mitglieder, warum die vermeintlich unrechtmäßige Bebauung nicht schon eher aufgefallen ist, quittierte der Schützen-Vorstand mit Achselzucken. „Da wurde über Jahre, gar Jahrzehnte gepennt“, konstatierte letztlich Holger Hasselmann. „Beide Seiten hatten eben ganz unterschiedliche Trassenführungen in ihren Plänen.“


"Da wurde über Jahre, gar Jahrzehnte gepennt."

Holger Hasselmann


  Die Schützenhalle auf dem Festplatz im Nachtkamp muss wahrscheinlich zurückgebaut werden – zumindest in Teilen. Mit dieser Nachricht überraschte der Vorstand des Allgemeinen Schützenvereins Vorhelm am Freitagabend seine Mitglieder bei der Versammlung, die aufgrund der Schließung des Gasthauses Pelmke diesmal im Saal Witte abgehalten wurde.  „Uns hat das Ganze ebenso kalt erwischt wie Euch“, gestand der Vorsitzende Friedrich Eilert und blickte in Schlaglichtern auf die Entstehungsgeschichte der Anlage. Demnach sei im Jahr 1960 das erste Schützenfest im Nachtkamp gefeiert worden. Möglich gemacht habe dies der Eigentümer Georg Graf Droste zu Vischering, dessen Nachfahren die Fläche bis heute im Besitz haben. 1962 sei der mittlere Teil der Schützenhalle aus Balken der früheren Wirtschaftsgebäude von Haus Vorhelm errichtet worden. „Um 1965 erwarb die damalige Ruhrgas-AG das Nießbrauchsrecht für die Verlegung einer Gasleitung mit 60 Zentimetern Durchmesser und 100 Bar Maximaldruck“, so Eilert. „1974 wurde die Halle auf beiden Seiten um etwa fünf Meter erweitert.“ WERBUNG  Die damals selbstständige Gemeinde Vorhelm erteilte für die Erweiterung auch eine Baugenehmigung, da besagte Leitung auf ihren Plänen schnurgerade über den Nachtkamp führt und damit von möglichen Abstandsflächen nicht tangiert wurde. Bei einer neuerlichen Kontrolle des Versorgers stellte sich jedoch heraus, dass die Gasleitung mitten auf dem Platz einen deutlichen Knick macht. Die Schützen vermuten, dass eine stattliche Eiche dafür verantwortlich war, deren Wurzeln beim Bau umgangen wurden. Ein gelbes Maßband zeigte beim Ortstermin den Verlauf der Gasleitung.  Ein gelbes Maßband zeigte beim Ortstermin den Verlauf der Gasleitung. Foto: privatDie Nachfolger der Ruhrgas-Aktiengesellschaft, die 2003 von „E-on“ gekauft wurde, bestehen nun darauf, dass der hintere Ausleger der Schützenhalle inklusive Versorgungsraum zurückgebaut wird, hieß es. Es gebe laut Friedrich Eilert immerhin die mündliche Zusage, die Kosten dafür zu übernehmen. Als Frist wurde das nächste Schützenfest – Christi Himmelfahrt 2019 – gesetzt. „Wir müssen versuchen, dass wir am Ende des Tages nicht auf den Kosten sitzenbleiben“, meinte Oberst Alfons Deitert. Und Holger Hasselmann ergänzte: „Ein Rückbau wäre ein Kraftakt, den wir alleine kaum stemmen können.“

Neben dem Kernthema Schützenhalle gab es in der Versammlung aber auch Positives zu vermelden. So plant Jerrit König, gemeinsam mit André Kaldewei eine Kinderkompanie zu gründen. Auch eine neue Internetseite ist seit wenigen Tagen freigeschaltet. Eilert bedauerte, dass sich der bisherige Internetbeauftragte Thomas Uthmann zuvor von seinem Posten zurückgezogen hatte. Die neue Seite werde von Guido Keil betreut. „Allerdings sollen drei, vier weitere Leute einen Zugang erhalten“, sagte er.

 

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

 

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