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PKW versperrt königliche Wiese

Geschrieben von Christian Wolff

Mit vereinten Kräften haben hilfsbereite Nachbarn aus Tönnishäuschen am Montagabend einen Pkw zur Seite getragen, der eine Wieseneinfahrt blockiert hatte. Und zwar ausgerechnet die des amtierenden Schützenkönigs.

„Hilfe, der König ist in Not!“ – Jener Aufruf, der am Montagabend innerhalb von wenigen Minuten mehr als ein Dutzend Dorfbewohner auf die Beine bringt, wird sicher noch tagelang Thema in Ahlens kleinstem Ortsteil sein. Der Betroffene ist schließlich kein Geringerer als der noch amtierende Schützenregent Friedhelm Hanskötter.

Was ist passiert? Gemeinsam mit Sohn Christoph ist die Majestät am Montagabend damit beschäftigt, auf der Wiese zwischen Warendorfer Straße und Ortsdurchfahrt das geschnittene Gras in Ballenform zu pressen. Während die Familie fleißig „ackert“, parkt jedoch eine unbekannte Frau auf dem Parkstreifen vor der Wiese.

Das Problem: Obwohl fast alle Parkplätze unbesetzt sind, stellt die Dame ihren silbernen „Chevrolet Matiz“ ausgerechnet vor der einzigen Wiesenzufahrt ab – und verschwindet. Als Friedhelm Hanskötter wenige Minuten später mit Trecker und Anhängerwagen zu seinem Hof aufbrechen will, steht er vor einer ungeahnten Blockade.

Was tun? Am einfachsten wäre es, die Frau schnell ausfindig zu machen. Also klappert die Ehefrau des Königs, Petra Hanskötter, kurzerhand die umliegenden Häuser ab. Vielleicht ist die Unbekannte ja irgendwo zu Besuch. Doch Fehlanzeige. „Bei uns ist sie nicht“, lacht Johannes Dohle. „Die Frau ist vielleicht von einer Freundin hier abgeholt worden“, vermutet Petra Hanskötter. „Zum Shoppen oder ins Kino.“

Langsam setzt die Dämmerung ein, und die Ratlosigkeit wird größer. Da bleibt nur noch die Polizei. Die macht sofort eine Halteranfrage, während sich zwei Beamte auf den Weg ins Kapellendorf machen. Dort überraschen sie die Eingeschlossenen mit einer ungeahnten Nachricht: Die Fahrerin des silbernen Pkw ist eine Polizeikollegin aus einer nahen Stadt.

Um der Warendorferin eine letzte Chance zu geben, dreht das Polizeifahrzeug noch eine Kontrollrunde durch Tönnishäuschen. Vielleicht geht die Unbekannte noch irgendwo spazieren, sitzt auf einer Bank oder taucht sonst wo auf . . . Christoph Hanskötter darf mitfahren. „Was die Leute jetzt wohl denken, wenn sie mich im Streifenwagen sitzen sehen?“, fragt er sich. Egal. Ohne Ergebnis kehrt das Fahrzeug zurück zum versperrten Tor.

Einen Abschleppwagen bestellen wollen die Tönnishäuschener nicht. Mit dem Segen der Polizei sorgen sie für schnelle, unkomplizierte Hilfe. „Zugleich, hauruck“, ruft Vogelbauer Thomas Stapel, während die herbeigeeilte Nachbarschaft das Blockadefahrzeug mit vereinten Kräften nach links versetzt. Großes Aufatmen: Der Weg des Königs ist wieder frei!

Die Streifenwagenbesatzung kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „So einen Einsatz haben wir auch nicht alle Tage. Das ist doch was für die Dorfchronik“, konstatiert der Polizist, wünscht den Freiwilligen und der königlichen Familie noch einen entspannten Abend – und natürlich ein schönes Schützenfest am Fronleichnamstag. „Ich glaube, dieser Vorfall findet Einzug in die nächste Krönungsrede“, meint Thomas Stapel. Damit liegt er sicher nicht verkehrt.

Am nächsten Morgen ist das silberne Auto weg. Ob die Frau wohl gemerkt hat, dass es bei ihrer Rückkehr um zwei, drei Meter versetzt stand?

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

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