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Hartes Klangbeben im Kapellendorf

Geschrieben von Martin Feldhaus

Südchinesische Traditions- und Folkmusik auf einem Rockkonzert. Kommt das wohl an? Und wie! Denn als am späten Samstagabend die chinesische Band „Mabang“ die Bühne betritt, explodiert die Stimmung bei „Tönnis rockt“ endgültig. Mehrere Hundert Fans hängen an den Lippen des Quartetts aus der südchinesischen Guangxi Provinz. Viele legen jede Zurückhaltung ab, gehen ganz nah an die Bühne, um den Puls der Band zu spüren.

Foto: Martin FeldhausStehen oder gar Sitzen? Das ist jetzt „out“, denn vor der Bühne wird gehüpft, getanzt und mitgesungen. Jeden Wechselgang von „Mabang“ macht ganz Tönnis mit und erwidert ihn hundertfach in den klaren Nachthimmel. Wer hätte das gedacht?

Mit ihren einheimischen Musik- und Klangstilen, gepaart mit modernem Reggae, Rock und Ska, verzücken die Jungs das Kapellendorf und nehmen es mit auf eine musikalische Reise in die vergessenen Klangwelten Chinas. Jedoch sind „Mabang“ nicht die Einzigen, die die Stimmung bei der elften Auflage von „Tönnis rockt“ auf den Siedepunkt treiben. Auch die anderen sechs Bands kommen extrem gut an und sorgen für eine gelungene Auflage des Festivals.

„Rocken bis die Schwarte kracht“ – diesem Motto lassen die Musiker Taten oder besser Klänge folgen. Los geht’s schon am Nachmittag mit einer wahren Institution: Das Quintett „Smoke“ kommt auf die Bühne und hat Gepäck dabei, das es in sich hat. Was genau? Die Lokalmatadore um Axel „Cliff Richard“ Ronig drehen die Zeit zurück in die 1960er-Jahre. Endstation: der einzig wahre Beat dieser Zeit. Mit Liedern wie „Young Girl“ bringen sie das Lebensgefühl einer ganzen Generation auf die Bühne und sorgen dafür, dass die ersten „Pampers-Rocker“ mit ihren Stühlen schon früh ganz nah an die Boxen heranrücken. Diese Lieder ziehen noch immer. Was für ein Auftakt!

Weiter geht es ebenfalls mit einem alten Bekannten von „Tönnis rockt“: Alex Fischer und seine Mannen lassen härtere, rockige Klänge durch die Boxen wummern und jagen deutsche Texte durchs Mikrophon. Die Lieder des Albums „Freier Fall“ kommen gut an und bei „Sommer im März“ folgen die immer zahlreicher werdenden Zuschauer der Aufforderung zum Mitsingen bereitwillig.

Ganz anders sind im Anschluss die Klänge der zweiten chinesischen Band: Das Nomaden-Musik-Duo „Tulegur“ präsentiert seinen eigenen, einzigartigen Musikstil. Traditionelle mongolische Klänge vereinen Gangzi und Wang mit elektronischen Elementen. Das Resultat: Ein unverwechselbares musikalisches Erlebnis. „Mongolian Grunge“ und „Nomaden-Rock“ mitten im tiefen Münsterland. Mit Liedern wie „The Morning“ und einem kulturtypischen Kehlkopfgesang begeistert das Duo und bringt ein Stück der musikalischen Identität Chinas nach Tönnishäuschen. Das kommt an. „Das ist wieder ein neuer Farbtupfer bei ,Tönnis rockt‘, freut sich beispielsweise Detlef Siehoff über den Auftritt von „Tulegur“.

„Tönnis sucht den Teenie-Star“: Wenn es diese Casting-Show gäbe, hätte sie Maria Nicolaides locker gewonnen. Mit ihrer Mischung aus R’n‘B, Hip-Hop und Rap kann die 24-jährige Studentin vor allem beim ganz jungen Publikum enorm punkten. „Zugabe, Zugabe“ skandieren die unaufhörlich und wollen die charmante Deutsch-Griechin gar nicht mehr von der Bühne lassen. Ein äußerst gelungener Tanzauftritt der siebenköpfigen Band also. Irgendwann muss sie aber doch gehen – natürlich nicht, ohne Autogramm- und Fotowünsche hinter der Bühne zu erfüllen. „Kommst du im nächsten Jahr wieder?“, fragt ein kleines Mädchen. „Na, das hoffen wir doch“, lautet Nicolaides Antwort. Klarer könnte ein Appell an das Orga-Team von „Tönnis rockt“ nicht ausfallen. Wiederholung ausdrücklich erwünscht.

Wir haben jetzt schon Bewerbungen fürs kommende Jahr vorliegen.

Andreas Scheffer

Nach dem Teenie-Star folgen „The Heavy Hitters“ mit anderem Stil. Klassischer Blues-Rock steht hier auf der Agenda. Gitarrenlastig wird er vorgetragen und mit einer rauchigen Whisky-Stimme vorgetragen. Eine authentische Darbietung, die Lust auf mehr macht. Was könnte zum Abschluss besser passen als Punk-Funk-Rock kurz vor Mitternacht. Den liefert die Band „De Code“ gekonnt mit kleinem Besteck und sorgt damit noch mal für einen anderen Akzent bei einer äußerst vielfältigen elften Auflage von „Tönnis rockt“. Und wie geht es im nächsten Jahr weiter? Bestimmt Hochklassig. „Wir haben jetzt schon Bewerbungen vorliegen“, verrät Andreas Scheffer.

 
 az logoAhlener Zeitung, Bericht. Martin Feldhaus
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