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Wibbelts Erbe unbedingt erhalten

Geschrieben von Christian Wolff

Die nötige Sanierung der Grabkapelle des Heimatdichters Augustin Wibbelt ist weiterhin ein Herzensanliegen von Heimatfreunden und Denkmalpflegern. Doch zunächst soll der letzte sichtbare Schaden des schweren Sturms von Ende Februar beseitigt werden.

Das Portal zur Wibbelt-Kapelle erinnert noch immer an den schweren Sturm Ende Februar. Die zerstörten Dachpfannen möchte der Heimatverein jedoch bald ersetzen. Foto: Christian WolffDie Schäden des Sturms, der Ende Februar rund um den Wibbelthof einige Bäume und schwere Äste um- oder heruntergerissen hat, sind längst beseitigt. Einzig das Portal zur Kapelle, in dem der berühmte Heimatdichter Augustin Wibbelt (1882 bis 1947) bestattet ist, zeugt noch von dem windigen Ereignis.

Einige Hohlpfannen, die vor vier Monaten zerstört worden sind, möchte der Heimatverein daher gerne ersetzen. Das bestätigte der Vorsitzende Willi Wienker auf Anfrage unserer Zeitung. Das rustikale Entree wurde vor mehr als 30 Jahren im Auftrag des Vereins zur Kenntlichmachung und Ergänzung des beliebten Ausflugsziels erstellt.

Während es sich dabei um eine relativ kleine Maßnahme handelt, bereitet der Zustand des Sakralbaus selbst mehr Sorgen: Schon seit 2015 werden schadhafte Dachrinnen bemängelt. Auch der üppige Bewuchs rund um den Sakralbau soll zurückgeschnitten werden, um zu verhindern, dass die Dachrinnen allzu häufig verstopft sind. Ortstermine, unter anderem mit dem ehrenamtlichen Denkmalpfleger Bernd Schulze Beerhorst, gab es mehrere. Das Problem bei der Umsetzung: Es gibt zwar viele Nutzer der Kapelle – von Wibbelt-Gesellschaft über Heimatvereine bis hin zu Gruppen bei Stadt- oder Ortsführungen –, doch bei der Finanzierung sind sie alle nicht im Boot. Die Kapelle steht der Öffentlichkeit zur Verfügung, befindet sich aber in Privatbesitz. Aus städtischen Haushaltsmitteln kommt Jahr für Jahr ein Obolus für die Wibbelt-Grabpflege.


Ich habe dazu geraten, gemeinsam mit dem Eigentümer einen Förderantrag zu stellen.

Nicole Wittkemper-Peilert


„Der Heimatverein ist schon vor längerer Zeit auf uns zugekommen und hat angegeben, dort gerne aktiv zu werden“, sagt Nicole Wittkemper-Peilert von der Unteren Denkmalbehörde. „Ich habe dazu geraten, gemeinsam mit dem Eigentümer einen Förderantrag zu stellen.“ In der Regel könnten dann 30 Prozent der Kosten übernommen werden. Womöglich könnte man auch die Wibbelt-Gesellschaft dafür begeistern, können sich die Vorstandsmitglieder aus dem Wibbeltdorf vorstellen. Immerhin gehe es um die Pflege eines kulturellen Er­bes. „Nicht umsonst steht dieses Gebäude im Buch ,100 Orte im Münsterland, die man gesehen haben muss‘“, gibt Ludger Bach zu bedenken.

Nach seiner Pensionierung kehrte Pastor Dr. Augustin Wibbelt 1935 von Mehr am Niederrhein nach Vorhelm zurück und verbrachte seinen Lebensabend im Seitenflügel des alten Bauernhauses. Sein Bruder ließ ihm am Rande des Gartens eine Kapelle für die tägliche Messfeier errichten. In dieser Kapelle befindet sich seit 1950 das Grab des Dichters. Sie kann jederzeit ohne Voranmeldung besichtigt werden. Parkbänke laden zum Verweilen ein.

 az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff
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