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"Platte Posse" von gekränkter Ehre und beklagtem Ehrenamt

Geschrieben von DocChicago

Der Streit um den Vorhelmer Heimatkalender zieht immer weitere Kreise. Nach Heimatverein und KG „Klein-Köln“ schalten sich jetzt auch die Ahlener Senioren ein. Auf ihrer Internetseite haben sie eine plattdeutsche Posse zu diesem Thema veröffentlicht.

Ein Foto von der Probe der „Mini-Nixen“ im Oktober 1977. Der Anlass steht seit der Klage einer 49-jährigen Ahlenerin in der rechtlichen Diskussion. Foto: Theo KesebergZum aktuellen Streit um ein Foto aus dem Vorhelmer Heimatkalender schaltet sich jetzt auch die Internetseite www.senioren-ahlen.de ein. Eine Mundart-Autorin, die regelmäßig unter dem Pseudonym „Libbet“ schreibt, hat das Thema humorvoll aufgenommen und eine Plattdeutsche Posse geschrieben, die derzeit für viel Erheiterung unter älteren Ahlenern sorgt.

Derzeit gibt es in Vorhelm kein anderes Thema mehr. Vor allem die Narren aus der KG „Klein-Köln“ beschäftigen sich intensiv mit der Klage einer 49-jährigen Ahlenerin, die sich in ihrer Ehre gekränkt sieht, weil ein Bild von ihr aus dem Jahr 1977 in den Reihen der „Mini-Nixen“ in dem besagten Kalender abgedruckt wurde. Die Klägerin stammt selbst aus Vorhelm und einige ihrer Familienmitglieder sind dort ebenfalls im Karneval aktiv. Die „Platte Posse“ nimmt das bisherige Geschehen aufs Korn und wünscht sich letztlich eines: einen guten Ausgang der unschönen Angelegenheit. Und hier der Text der plattdeutschen Autorin "Libbet" (nebst hochdeutscher Übersetzung weiter unten).

Kalenner, de Turnbüx un de Advokat.

Vö een paar Dage slaog ik morns de Tiedung up un wat staohn do – “49 jährige verklagt Heimatverein Vorhelm“ – wiärgen denn niehen historischen Kalenner.

Wu dat dann – dach ik! Jä, dat “Corpus Delikti“ was dat Beld fö denn Monnat März. Ik häff mi dat Beldken bekieken un dach bi mi, de mürt siek vödaohn häbben. Do wassen jä män bloß een paar kurante, fröndlike Lüdens, in Turntügg, wat se alle tou de Tied drougen häfft, to seihen. Do was nix wo man siek dran stauden konn.

Un in’t Blättken stonn, dat siek de Frau, in Vörem upwassen, up eenmaol no 40tig Jaohrn in ähr “Persönlichkeitsrecht verletzt“ un ouk in ähre “Ehre gekränkt“ is! Jä, wat is dat dann vönn unwies Tügg? Ik häff mi no mien Niäsenknieper upsett, övers ik konn nix leiges or wat de Ehre kränken konn, finnen. Ik soch bloß junge Wichtkes de Spass an’t Danzen häfft. Düsse Truppe hätt up vierle Sitzungen danzt un de Lühe Freide maket. Häfft vierl tied un Sweet dobie laoten un nich eenen Pennig domet vödennt. Un ik mein, dat föllt ouk all unnert " Ehrenamt.“  De Heimatverein besteiht ouk ganz un gar ut ehrenamtlike Arbeit, jedereen sett siek fö urse Dörpken in un dann kümp een un tüht siek an’ne Turnbüxen hauge.

Se löp forts toum Advokaten. Dat se no Mönster toum Gericht mürt. Wat sall man do tou seggen. Viellicht sind de Piär  met ähr dörgaohn un se besinnt siek  noch up de schöne Tied bi de Mini – Nixen. Denn de Sportmode von domols  könnt se in Mönster vendage ouk  nich mä  ännern. Ik wünschke mi bloß, dat de ehrenamtlike Insatz nich ouk noch bestraoft wet un dat et fö alle gued utgeiht!                                    

Dat siek alls rieget                                Juhe Libbet!

 

Der Kalender, die Turnhose und der Anwalt.

Vor ein paar Tagen schlug ich morgens die Zeitung auf und las – “49jährige verklagt Heimatverein Vorhelm“- wegen des neuen historischen Kalenders.

Warum das, dachte ich! Ja – der Stein des Anstoßes war das Foto für den Monat März. Ich besah mir das Bildchen und dachte, das muss ein Versehen sein. Es waren ja nur ein paar kurante, freundliche Mädchen in Turnzeug, was man zu dieser Zeit trug, zu sehen. Da war nichts anstößig!

In dem Blättchen stand, dass sich eine Frau, die in Vorhelm aufgewachsen ist, nach 40zig Jahren in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt und in ihrer Ehre gekränkt fühlt. Ja, was sind das denn für Sachen. Ich holte mir noch meine Brille, aber auch damit konnte ich nichts Schlimmes oder Ehre Kränkendes feststellen. Ich sah nur junge Mädchen, die Spaß am Tanzen hatten. Diese Gruppe hat auf vielen Sitzungen getanzt und den Menschen Freude gemacht. Sie haben viel Zeit und Schweiß investiert, ohne etwas dafür zu bekommen. Meiner Meinung nach fällt dieser Einsatz auch schon unter “Ehrenamt". Der Heimatverein setzt sich auch in allen Bereichen aus Ehrenamtlichen zusammen. Jeder gibt sein Bestes für das Dorf und beschäftigt sich nicht mit der Sportmode der vergangenen Jahre. 

Die betroffene Frau nimmt sich einen Rechtsanwalt, so dass es zum Landgericht Münster geht. Was soll man dazu sagen?
Vielleicht war ihr das alles nicht so bewusst und sie besinnt sich noch auf die schöne Zeit bei den Mini – Nixen! Denn die Sportmode von damals kann auch Münster heute nicht mehr ändern. Ich wünsche mir bloß, dass der ehrenamtliche Einsatz nicht auch noch bestraft wird und dass es für alle ein gutes Ende nimmt.

In der Hoffnung, dass alles gut wird,  Eure Liesbeth!

az logoAhlener Zeitung und senioren-ahlen.de

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