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Diamantener Meisterbrief für Josef Herweg

Geschrieben von Heiner Klostermann

Seit 60 Jahren ist Josef Herweg Meister im Uhrmacherhandwerk. Dafür wurde er mit dem Diamantenen Meisterbrief ausgezeichnet. Und er warf einen Blick zurück auf sein Berufsleben.

Zwischen glänzendem Geschmeide und tickenden Uhren ist ihre Welt: Frank und Josef Herweg. Josef Herweg bekam jetzt den Diamantenen Meisterbrief für 60 Jahre als Uhrmachermeister. Foto: Sabine TegelerWenn Josef Herweg auf sein Berufsleben zurückschaut, dann denkt er an Stationen wie Tokio, New York, Hongkong. Aber auch Enniger, Vorhelm und Ahlen. Denn so weltreisend wie der heute 85-Jährige war, so ortsverbunden blieb er auch. Und seinem Beruf immer treu.

Am vergangenen Mittwoch bekam Josef Herweg den Diamantenen Meisterbrief von der Handwerkskammer Münster überreicht. Seit 60 Jahren ist er Uhrmachermeister. Das wurde im Rahmen einer Feierstunde in Coesfeld gewürdigt. „Elf Meister bekamen da den Diamantenen Meisterbrief und acht den Goldenen. In zwölf verschiedenen Gewerken“, berichtet Josef Herweg. Schön sei sie gewesen, die Feier. Sein Sohn Frank und seine Lebensgefährtin hätten ihn begleitet.

Als Josef Herweg am 13. September 1956 seine Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk ablegte, hatte er den Besuch des Gymnasiums in Ahlen, die Ausbildung zum Uhrmacher und diverse Fortbildungen in verschiedenen Städten hinter sich. 1961 übernahm er die elterliche Juwelier-Filiale in Vorhelm, die er viele Jahre betrieb, auch wenn ihn zusätzliche berufliche Tätigkeiten in die ganze Welt führten. Er arbeitete ab 1974 für den damaligen japanischen Weltmarktführer „Seiko“ als Bezirksverkaufsleiter, so dass er nicht nur Tokio kennenlernen durfte, sondern auch in die USA geschickt wurde – als Belohnung für gute Geschäfte.

Das eigene Geschäft verlegte Josef Herweg 1970 nach Ahlen an die Weststraße, 1990 erfolgte ein Umzug in die heutigen, größeren Geschäftsräume. Mittlerweile war auch Sohn Frank eingestiegen, er übernahm das Schmuck- und Uhrengeschäft im Jahr 1997. „Ich bin Uhrmachermeister und Goldschmied, bei meinem Sohn ist das umgekehrt“, lacht Josef Herweg: Der habe damals seinen Meister im Goldschmiedehandwerk gemacht. Was ihn besonders freut: Seine erste Verkaufsangestellte, Irmtraud Wieler, hält den Herwegs bis heute die Treue. 1967 hatte sie ihre Stelle bei Josef Herweg angetreten. Und auch Roswitha Bendik, die 1972 in den Betrieb einstieg, ist noch heute dabei.

Seit die berufliche Karriere abgeschlossen ist, kann sich Josef Herweg voll und ganz seinen Hobbys widmen. Immerhin ist er seit 58 Jahren im Männergesangverein „Concordia“ aktiv und erst letztes Jahr wurde er für 65 Jahre Mitgliedschaft bei den Vorhelmer Schützen geehrt, die er 1969 als König regiert hatte. Und wenn es mal wieder mehr Schnee gäbe als in den vergangenen zwei Jahren, sagt er, würde er auch gerne mal wieder die Langlaufski unterschnallen.

Ahlener Zeitung, Bericht: Sabine Tegeler

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