Ahlen-Vorhelm Web Portal

Ahlen-Vorhelm

Alte Ladestr.26 ,
59227 Ahlen-Vorhelm

Stadt Ahlen 02382-590
info@ahlen-vorhelm.de

Freiflächen weichen für Wohnbebauung

Geschrieben von Heiner Klostermann

Um eine Baulückenschließung zwischen Garten-, Schul- und Breedestraße geht es am Montag, 21. November, im Ortsausschuss. Und auch für die Freifläche zwischen Garten-, Breede- und Schulstraße gibt es konkrete Pläne.

Zu den Freiflächen im Ortsteil Vorhelm, die in absehbarer Zeit bebaut werden sollen, gehört auch diese zwischen Garten-, Schul- und Breedestraße. Hier hat die Firma „Otremba“ bereits einen Großteil erworben. Foto: Christian WolffDie Linie, lieber Baulücken innerhalb des Ortsteils zu schließen, statt neue Baugebiete auszuweisen, wird vom Ortsausschuss konsequent weiterverfolgt. So stehen bei der nächsten Sitzung am Montag, 21. November, gleich mehrere Freiflächen auf der Tagesordnung, die mittelfristig bebaut werden sollen.

Drei bislang unbebaute Flurstücke zwischen Garten-, Schul- und Breedestraße mit einer Größe von insgesamt 1710 Quadratmetern dienten seit den 1970er Jahren als Grünfläche für das umgebende Wohngebiet. Sie übernahmen damit eine öffentliche Funktion und wurden ursprünglich von „Dorfsherriff“ Alfred Dargel und ab 1975 – nach der kommunalen Neuordnung – von der zuständigen Abteilung der Stadtverwaltung unterhalten und gepflegt.

Während sich zwei der Flurstücke in städtischem Eigentum befanden, gehörte das dazwischenliegende Flurstück, das 983 Quadratmeter umfasst, einer privaten Eigentümergemeinschaft. Im Jahr 2014 wurde ihr von der Verwaltung signalisiert, dass die Fläche künftig aus der städtischen Pflege genommen werde und damit auch ein Verzicht auf diese Grünfläche an dieser Stelle denkbar sei. Und so veräußerte die Eigentümergemeinschaft in diesem Jahr ihr Grundstück an die Firma „Otremba“. Diese beabsichtigt nun, das Flurstück einer Bebauung zuzuführen. Die Überlegungen zu dieser Planung führten so weit, dass auch die östlich und westlich angrenzenden relativ schmalen städtischen Flurstücke mit einbezogen werden sollten, da diese jeweils für sich kein sinnvoll bebaubares Grundstück darstellen. Voraussetzung der Einbeziehung und des möglichen Erwerbs der städtischen Flurstücke durch den Bauherrn ist ein mit der Verwaltung abgestimmtes Bebauungskonzept.

So sieht der aktuelle Plan für die Freifläche zwischen Garten-, Schul- und Breedestraße aus. Foto: Stadt AhlenSo sieht der aktuelle Plan für die Freifläche zwischen Garten-, Schul- und Breedestraße aus. Foto: Stadt Ahlen

„In Form einer Bauvoranfrage hat der Bauherr im Oktober einen entsprechenden Entwurf eingereicht“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Dieser sieht den Neubau von zwei barrierefreien Mehrfamilienhäusern mit je acht Wohneinheiten vor.“ Beide Gebäude würden demnach mit einem Flachdach errichtet und erhalten je zwei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss, welches an drei Seiten um mindestens einen Meter gegenüber den darunterliegenden Etagen zurückspringt. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sollen pro Gebäude drei Wohnungen auf einer Ebene entstehen. Im zweiten Obergeschoss, dem Staffelgeschoss, lassen sich je zwei Wohnungen pro Gebäude realisieren. Eines hält die Verwaltung im Vorfeld fest: „Im Vergleich zu den benachbarten Wohnhäusern wird die Gebäudehöhe unterschritten, teilweise sogar deutlich unterhalb der bestehenden Firsthöhen.“ Die Wohnungsgrößen variieren zwischen circa 60 und circa 110 Quadratmeter – je nach Wunsch des Kunden.

Die Anordnung der baulichen Anlagen auf dem Grundstück erfolgt zur Nordostseite mit Erschließung über die Gartenstraße. Die rückwärtigen Gartenflächen haben demzufolge eine südwestliche Ausrichtung. „Von den auf dieser Fläche stehenden sieben Bäumen lassen sich lediglich ein bis zwei erhalten“, heißt es weiter. „Die aufgrund der Bebauung entfallenden Bäume werden durch Neupflanzungen ersetzt.“

Die Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius verfügt außerdem über eine rund 4000 Quadratmeter große ungenutzte Fläche westlich des Friedhofs, die bis zur Glatzer Straße reicht und ursprünglich als Friedhofserweiterungsfläche dienen sollte. Durch den Rückgang der Erdbestattung zugunsten der Urnenbestattung ist absehbar, dass diese künftig in Gänze nicht mehr benötigt wird. Nunmehr beabsichtigt die Gemeinde, rund die Hälfte der Fläche entlang der Glatzer Straße in einer Bautiefe von rund 30 Metern zu veräußern oder in Erbpacht zu vergeben. Fünf Baugrundstücke in einer Größe zwischen 500 und 550 Quadratmetern sollen dort, unter Einbeziehung eines Teilstücks des südlich der Friedhofsfläche angrenzenden Weges, zur Errichtung von Einfamilienhäusern an Bauinteressenten vergeben werden.


Von den auf dieser Fläche stehenden sieben Bäumen lassen sich lediglich ein bis zwei erhalten.

Aus der Verwaltungsvorlage


Die Kirchengemeinde würde in diesem Zusammenhang auch auf den im Süden ihres Grundstücks verlaufenden Fuß- und Radweg zwischen der Glatzer Straße, der auf den Zugang zum Friedhof vom Spielplatz Agnes-Miegel-Straße stößt, gern verzichten, da die Stadt Ahlen aus wirtschaftlichen Gründen die Pflege dafür eingestellt hat und der Eigentümer diese nicht fortführen möchte. Dieser Umstand hatte häufig zu Diskussionen, auch öffentlich im Ortsausschuss, geführt. Aus Sicht der Stadtverwaltung wird keine Notwendigkeit gesehen, diesen Weg – trotz seiner landschaftlichen Qualität – zu erhalten.

Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

Kategorie: