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Rücktritte nach Zoff um Kirchenchor

Geschrieben von Heiner Klostermann

Sowohl die Chorleiterin des Kirchenchores in Vorhelm, Claudia Lawong, als auch die Vorsitzende Dorothee Richard haben ihre Ämter niedergelegt – Anlass sind Querelen im Umfeld der Sängergruppe.

 

Massiver personeller Einschnitt: Sowohl die Chorleiterin Claudia Lawong als auch Dorothee Richard, Vorsitzende des Kirchenchores St. Cäcilia Vorhelm, haben ihre Ämter niedergelegt. Foto: Wehmeyer / WolffDie Zukunft des Vorhelmer Kirchenchores ist ungewiss: Sowohl die Chorleiterin Claudia Lawong als auch die Vorsitzende Dorothee Richard haben ihre Ämter niedergelegt – als Folge von unüberbrückbaren Querelen im Umfeld der Sängergemeinschaft. Neben dem bevorstehenden Weggang von Pastor Ludger Schlotmann, der erst am Wochenende öffentlich wurde, ist das ein weiterer Einschnitt in die gewachsene Gemeindearbeit, die St. Pankratius verkraften muss.

Woran genau sich der Zoff entzündete, lässt sich inzwischen kaum noch nachvollziehen. Letztlich, das bestätigen Mitglieder gegenüber der „AZ“, sei das Gerede hinter dem Rücken des Chores derart massiv und verletzend geworden, dass die Spitzenvertreter keine Alternative zur Amtsaufgabe mehr sahen. Vorwürfe einer anderen Gruppe der Pfarrgemeinde, wonach der Kirchenchor deren Equipment verstellt oder gar beschädigt hätte, sollen das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

„Es gibt leider private Verwicklungen im Dorf, die für mich als Außenstehende absolut nicht durchschaubar sind“, sagt Claudia Lawong. Die Solistin, die in ganz Deutschland Konzerte gibt, lebt in Everswinkel. Seit vier Jahren arbeitet sie mit dem Vorhelmer Chor zusammen. „Ich habe immer schon unterschwellig gemerkt, dass der Kirchenchor von einigen Menschen nicht so sehr gewünscht wird. Aber da ich mit dem übrigen Dorfleben nicht allzu viel zu tun habe, konnte ich damit leben.“

Die Erfolge von St. Cäcilia haben Claudia Lawong lange Zeit Auftrieb gegeben. „Wir haben den Chor wiederbelebt, in den letzten Jahren neue Mitglieder gewonnen und vor allem gute Musik gemacht“, fasst sie zusammen. Schwierig sei es erst geworden, als es vor einigen Wochen persönliche Angriffe gab. Lawong habe dennoch versucht, das Ruder herumzureißen: „Ich habe mich mit einem Brief an unseren Präses, Pastor Schlotmann, gewandt und an die Person, von der ich glaube, dass sie für gewisse Ressentiments verantwortlich ist“, beschreibt die Gesangspädagogin. „Leider ist es bis heute nicht zu einem klärenden Gespräch gekommen.“

Erhard Richard, Ehemann der scheidenden Vorsitzenden, ist selbst seit vielen Jahren aktiv im Chor und hat indes seinen Austritt vorbereitet, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. „Es werden sicherlich einige weitere Chormitglieder so handeln wie ich“, ist er überzeugt. Zu den Hintergründen der Differenzen will er sich mit Rücksicht auf die anstehende Generalversammlung des Kirchenchores nicht äußern. Aber er will dennoch seine Verärgerung darüber zum Ausdruck bringen, dass einige Vorhelmer die Gerüchte der vergangenen Wochen völlig unreflektiert weitergegeben hätten. „Viele Dinge stimmen einfach nicht.“ Dazu gehöre der Verdacht, Schlotmanns Abschied könne mit den Chorproblemen in Verbindung stehen. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Der Pastor hat diesen Schritt vor Monaten vorbereitet.“

Die Kirchenchormitglieder, die laut Claudia Lawong untereinander weiterhin harmonieren, wollen die Hintergründe bei ihrer Versammlung am morgigen Donnerstag noch einmal gemeinsam erörtern. Voraussichtlich jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie die Redaktion der E-Mail eines Chormitglieds entnahm, die am Dienstagmorgen versendet wurde.

Claudia Lawong ist überzeugt: „Einen neuen Chorleiter zu finden, wird sicher nicht das g roße Problem sein. Die Frage ist vielmehr, ob die Chormitglieder noch mit Freude singen können.“

az logoBericht: Christian Wolff, Ahlener Zeitung

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