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Sicherheit Fehlanzeige? Fakten zur Biogasanlage Bosenberg

Geschrieben von Martha Terlunen

Sicherheits-Fakten zur Biogasanlage Bosenberg .

Zwei Großfahrzeuge können sich nicht unter der Brücke begegnenKerndaten:

  • Die Bio-Gasanlage Bosenberg wird in unmittelbarer Nähe eines Wohngebietes erstellt.

  • Biogas-Explosionen und Brände passieren immer wieder. Ursache ist häufig ein einfacher Bedienungsfehler.

     

  • Die Zufahrt zum Bosenberg ist nur durch das "Nadelöhr Bahnunterführung" möglich

  • Diese Bahnunterführung ist seit einigen Jahren die einzige Zufahrt und zugleich Fluchtweg!

  • Zu Zeiten der Zementfabrik gab es zusätzlich eine Brücke (inzwischen abgerissen) und den Büntehof (jetzt Privatbesitz)

  • Beide Zufahrten und zugleich Fluchtwege stehen definitiv nicht mehr zur Verfügung.
  • Die Bahnunterführung ist als Sackstraße gekennzeichnet.

  • Ein Hinweisschild warnt vor "Überflutung“.

 

  • Die Rettungs-Zufahrt für Feuerwehr-Löschzüge zum Bosenberg ist vermutlich zu schmal, um gleichzeitig einen Feuerwehr-Löschzug und einen Biogas-Schwerlasttransporter passieren zu lassen. Auch Wendemöglichkeiten im Katastrophenfall sind ungeklärt.

  • Es gibt nur eine Zufahrt zur geplanten Biogasanlage - ohne Fluchtweg und gesonderte Feuerwehrzufahrt.

Fazit: Angesichts der strengen Brandschutzauflagen für Firmen, Hotels, Flughäfen und Versammlungsstätten haben wir Zweifel, ob eine explosive Biogasanlage an diesem Standort mit problematischem Zufahrtsweg und ohne Fluchtwege genehmigungsfähig ist.

 

 

Lageplan der Anlage gem. Bebauungsplan Stadt AhlenSchreckens-Szenario

  • Zwei Schwerlast-Transporter, die nicht gleichzeitig die Bahnunterführung passieren können, verstopfen die Zufahrt für die Feuerwehr
  • Notarzt- bzw. Rettungstransportwagen haben keine „Durchfahrt“.
  • Bahnunterführung ist überflutet oder Unwetter hat Brand ausgelöst
  • Verkehrsunfall in der Bahnunterführung verstopft die Zufahrt zum Brandort

Gefahren

  • Mitarbeiter der Gewerbebetriebe geraten in Panik, wenn Flammen, Rauchwolken, und Schwefelgeruch sie in Angst und Schrecken versetzen.
  • Denkbar: Menschen flüchten über die Gleise der ICE-Strecke Berlin-Köln, da es keinen anderen Fluchtweg gibt.
  • Gibt es spezielle Evakuierungspläne für die Anlieger?
  • Bei einem Leck laufen Millionen Liter Gülle aus und versickern im Erdreich bzw. in den angrenzenden Feldentwässerungsgräben.
  • Wer bewertet die die Gefährdungsstufe des Grundwassers angesichts dieser Fakten?
  • (In der Nähe von Mönchengladbach muß das Trinkwasser wegen Nitratverseuchung in Tankwagen angeliefert werden.)

 

Duisburg als Mahnung

Die Katastrophe bei der Loveparade ist geschehen, weil man den Eingang zugleich als Ausgang genutzt und die Panik der Menschen nicht einkalkuliert hat. Am Bosenberg in Ahlen herrscht -wenn auch nicht 1:1 mit Duisburg vergleichbar- eine ähnliche Situation:

  • Es gibt nur eine Zufahrt.
  • Es gibt keine gesonderten Rettungswege, die im Katastrophenfall ausschließlich Rettungskräften vorbehalten sind
  • Der Zu- und Abgangsverkehr muss durch das nur 5,50 m breite 'Nadelöhr' Eisenbahnunterführung
  • Ein Evakuierungsplan für den Fall einer Katastrophe (z.B. Gülleauslauf, Explosion, Großbrand, Gasaustritt) existiert nicht!

Fragen:

Für jede Pommesbude gibt es klare gesetzliche Regelungen, wo der Feuerlöscher zu stehen hat und was im Brandfall zu tun ist. Gibt es für explosive Betriebsstätten wie Methangas-Großanlagen klare gesetzliche Vorgaben hinsichtlich

  • einer Feuerwehrzufahrt?

  • der Fluchtwege für alle Menschen im Einzugsbereich?

  • darf ein Gewerbegebiet mit hochexplosiven Biogasanlagen in einem „gefangenen Raum“ angesiedelt werden werden?

  • Muß es Evakuierungspläne für die Mitarbeiter im Biogaswerk, benachbarten Gewerbebetrieben und Anlieger geben. Wer trägt die Verantwortung für gesetzestreue Umsetzung: die Stadt oder der Betreiber?