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Bosenberg dem Verfall preisgeben?

Geschrieben von Christian Wolff

Still ruht der See am Bosenberg. „Wir haben noch immer kein Signal von Seiten der Politik bekommen“, bedauert Reiner Fränkle.

Investor Reiner FränkleDer Investor aus Süddeutschland, der das ehemalige Zementwerk in Vorhelm-Bahnhof entwickeln will, ist sich sicher: Andere hätten längst den Kopf in den Sand gesteckt. Seit über drei Jahren laufen die Bestrebungen zum Bau einer Biogasanlage, verbunden mit einem Getreidelager, vergeblich.


Inzwischen macht sich so etwas wie Resignation bei den Akteuren breit: „Wenn wir von der Politik keine Rückmeldung erhalten, sind wir durchaus bereit, es dem Verfall preiszugeben“, wird Fränkle deutlich. „Wir können es uns glücklicherweise leisten.“ Wenn er mal ganz genau nachrechne, komme er aber auf einen inzwischen sechsstelligen Betrag, der allein für die „Vorbereitung“ von Gutachten bis Anwaltskosten ausgegeben wurde. „Die Politiker sollten ruhig wissen, was diese mehrfachen Verfahrensstopps kosten.“

Doch eines irritiert Reiner Fränkle an der inzwischen zur Endlos-Geschichte avancierten Bosenberg-Entwicklung noch viel mehr: „Dass man uns von Ahlener Seite erst an eine Sache heranführt und dann ins offene Messer laufen lässt, ist ein starkes Stück. So etwas wie in Ahlen – und wir sind deutschlandweit tätig – habe ich noch nirgendwo erlebt.“ Er sei sich nach bisheriger Erfahrung ziemlich sicher, dass bald ein erneuter Verfahrensstopp zu erwarten sein dürfte.

Bereits vor zwei Wochen hat Bürgermeister Benedikt Ruhmöller das Thema Bosenberg-Nachnutzung im Rahmen einer interfraktionellen Runde auf den Tisch gebracht. Das Meinungsbild der Parteien zeigte dabei, dass bis auf CDU und FWG allgemeine Aufgeschlossenheit gegenüber den Biogasplänen herrscht, sofern die bereits einmal genehmigte Leistung von 0,8 Megawatt nicht überschritten werde.

Auf Nachfrage, so der Investor, habe die CDU ihm bislang nur versichert, sich noch in der „Findungsphase“ zu befinden. Fränkle: „Wie lange wollen die sich denn noch finden?“ Aus gut unterrichteten Kreisen habe er inzwischen davon gehört, dass die Christdemokraten einen Solarpark befürworten – wegen der dann wegfallenden Verkehrsbelastung, die Anwohner so sehr fürchten.

Alle Fraktionen, das bestätigt Martin Bücker-Flürenbrock in seiner Funktion als Geschäftsführer der Bosenberg-Immobilien GmbH, sind vor der interfraktionellen Runde angeschrieben und über die genauen Ziele der Investorenseite informiert worden. „Wir haben alles offengelegt. Jetzt ist die Politik am Zug.“

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Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung.

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