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CDU stoppt Bosenberg

Geschrieben von Jörg Pastoor
Verkehrszählung vervierfacht ursprünglichen Wert von 250 Lkw-Fahrten / „Gemeinsame Lösung“ angestrebt

Vollbremsung für alle Biogas-Pläne am Bosenberg: Die CDU wird das Verfahren zur Genehmigung „mit sofortiger Wirkung“ stoppen. Dem vorangegangen waren, wie Fraktionschef Carl Holtermann gestern in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz sagte, „stundenlange Diskussionen“ in der Fraktion am Montagabend.

Foto: Jörg Pastoor
Peter Lehmann, Barbara Buschkamp und Fraktionschef Carl Holtermann (v.l.)
Eine simple Zahl ist Hauptgrund für das Vorgehen der CDU. Statt 250 Lkw-Fahrten, wie im ersten Gutachten über die erwartbaren Emissionen des Anlagenbetriebs prognostiziert, geht man anhand neuer Daten jetzt von über 1100 Touren am Tag aus. Weil damit das Verkehrsaufkommen „dramatisch höher ist als bisher angenommen“, könne man das Verfahren nicht so weiterlaufen lassen. Zumal, wie Carl Holtermann in Erinnerung rief, die Offenlegung der Pläne erledigt sei. Damit könne kein Bürger mehr seine Meinung beisteuern.

Barbara Buschkamp sah die aktuellen Zahlen als Beleg für die Notwendigkeit ihrer Forderung nach belastbaren Werten in der März-Sitzung von Planungs- und Ortsausschuss. „Wir haben schon einmal das Verfahren gestoppt, weil wir die Sorgen der Bürger ernst genommen haben“, erinnerte sie.
Jetzt, fand Ortsunionsvorsitzender Peter Lehmann, müsse man auf gemeinsame Gespräche zwischen der Bürgerinitiative gegen die Biogasanlage setzen. „Ich habe bereits gestern zwei Stunden mit Frau Beck gesprochen und heute erneut eine Stunde“, so Lehmann. Bisher hätten beide Seiten noch nicht miteinander geredet.

Woher die inzwischen vervierfachte Zahl von Lkw-Fahrten komme, beantwortete Carl Holtermann: Die 250 sei ein rein rechnerischer Wert gewesen. Als die Fraktion von der aktuell gemessenen Fahrtenmenge erfahren habe, habe sie sofort entschieden. Die CDU strebt jetzt an, „gemeinsam mit allen Beteiligten, also der Bürgerinitiative, den Anwohnern, den Eigentümern und den Investoren eine möglichst gemeinsame Lösung für eine verträgliche Nachnutzung der Industriebrache zu finden.“ Wie die aussehen könnte, wusste am Dienstag noch keiner von den Dreien.

 Jörg Pastoor schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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