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"Die Politik muss die Anwohner einbinden."

Geschrieben von Israel Mossad
Vorhelmer Ratsmitglieder über Perspektiven fürs Dorf
Baugebiete, Straßen, Grünanlagen, Schule und die allgemeine Infrastruktur – Wohin geht die Reise für den Zustand Vorhelms, wenn die städtische Finanzkraft eher abnimmt als steigt?

Foto: Christian Wolff
Wuchernde Grünanlagen sind Ralf Kiowsky (l.) und Hubertus Beier ein Dorn im Auge
Diese Frage beleuchteten die beiden Ratsmitglieder aus dem Hellbachdorf, Hubertus Beier und Ralf Kiowsky, am Dienstagabend bei einem Ortstermin.


„Wir haben uns vielleicht etwas weit aus dem Fenster gelehnt, als wir einmal sagten, dass wir die Struktur und das Erscheinungsbild  Vorhelms in der seit Jahrzehnten gewohnten Form erhalten möchten.“ Ralf Kiowsky nahm kein Blatt vor den Mund. Doch die CDU-Ortsunion und nicht zuletzt der gesamte Ortsausschuss, dessen Vorsitzender Hubertus Beier ist, hätten dennoch einiges in Bewegung gesetzt, zeigte  sich Kiowsky überzeugt. Die Einrichtung der Offenen Ganztagsschule, mehr Sicherheit am Abenteuerspielplatz oder das Festschreiben einer Ortsumgehung im Flächennutzungsplan seien Beispiele für das, was  jüngst angestoßen wurde.

Kiowsky: „Wir sind nunmal in der Situation, dass die Mittel nicht mehr ausreichend sind. Man kann dem Bürger nicht mehr die Wünsche erfüllen, die man ihm vielleicht von den Augen ablesen kann.“ Die Begehrlichkeiten seien groß. Dem Ortsausschuss und seinen Mitgliedern sei es dennoch gelungen, 20 000 Euro Zuschuss für den Ganztagsbereich der Augustin-Wibbelt-Schule im Etat festzuschreiben, nannte Hubertus Beier ein weiteres Beispiel. „Dieses Geld ist auch nicht vom Himmel gefallen.“

Ein Fazit der bisherigen Arbeit im Rat der Stadt Ahlen, in der Ortsunion und im Ortsausschuss lautet für Beier wie Kiowsky: Ehrenamt ist die stärkste Säule im System. Und  Vorhelm habe nun mehrfach bewiesen, dass es großes Potenzial hat, auch ohne Hilfe von Außen etwas zu bewegen. „Allein das, was der Verein ,Tönnishäuschen – Unser Dorf‘ völlig ohne öffentliche Mittel geschaffen hat, ist enorm“, so Beier. Nicht zu vergessen seien die Initiativen des Heimatvereins und der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände (IG VVV), die mit ihren Plänen für ein schöneres Dorfzentrum verhindert haben, dass eine schnöde Wellblech-Bushaltestelle an  die Stelle des abgebrochenen „Pilzes“ kommt.


„Wir haben keine Patentrezepte für alles, aber wir sind am Ball.“ Hubertus Beier 


Sorgenkind der Politiker ist noch immer der Standort der Glascontainer. Sicher ist: Sie müssen vom Dorfplatz verschwinden, denn dieser sei die „Visitenkarte Vorhelms“. Doch wohin? Leider verhielten sich viele Anwohner nach der Devise „Umweltschutz ja – aber nicht vor meiner Haustür“, ärgern sich die Christdemokraten.  Egal, an welcher Stelle: „Ganz wichtig ist es, die Anwohner einzubinden“, sagte Kiowsky. Denn nur diejenigen, die sich mit dem Umfeld vor ihrer Haustür identifizieren, seien auch bereit, einmal mehr anzupacken, wenn es die öffentliche Hand nicht mehr kann.

„Die Verweigerungshaltung vieler Dorfbewohner ist andererseits auch zu verstehen“, räumte Beier angesichts wuchernder Grünflächen ein. „Die Gebühren steigen immer weiter, die Lebenshaltungskosten sind groß – aber die Leistungen werden offenbar immer weniger.“ Man dürfe auch den demographischen Wandel nicht außer Acht lassen. Dennoch, warben die  Ratsmitglieder, müsse das Ziel sein, aus allem das Maximale herauszuholen. Was ungepflegte Grünflächen angehe, haben beide Politiker den Eindruck, der Zustand sei inzwischen besser geworden.

„Die Identifikation mit dem Ort, wo man lebt, muss einfach da sein. Das muss  unsere Politik bestimmen.“ Wir haben keine Patentrezepte für alles, aber wir sind am Ball“, sagte der Ortsausschuss-Vorsitzende, der sich  – wie Ralf Kiowsky –  in  der nächsten Legislaturperiode wieder aufstellen lassen will.

 Christian Wolff schreibt für Ahlen Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung