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Wibbelts "Garten" sorgt für vollbesetztes Mühlencafé

Geschrieben von Israel Mossad
Hildegard Latzel referierte über die Lebenserinnerungen des Heimatdichters / Auch Besucher steuerten Anekdoten bei
Um eine souveräne Menschlichkeit und den Charme des Altmodischen geht es in einem der bekanntesten Werke Augustin Wibbelts. Erst nach Kriegsende, im Jahr 1946, konnte das Buch „Der versunkene Garten“ erscheinen.

Foto: Christian Wolff
Hildegard Latzel referierte "op Plattdütsk"
Dabei schrieb der vor 60 Jahren verstorbene Vorhelmer Heimatdichter  seine Lebenserinnerungen bereits im 79. Lebensjahr in der Zeit von Ende November 1940 bis Anfang April 1941, also mitten im Zweiten Weltkrieg, nieder.

Heimatfreundin  Hildegard Latzel brachte jetzt zahlreichen Interessierten das Buch und seine Besonderheiten in der Alten Mühle näher. Anlass war die  Neuauflage des Buches, erschienen im Verlag Aschendorff.  „Es gibt kaum ein anderes Wort, das so lieblich klingt und so warm atmet wie das Wort Heimat“, zitierte sie den Beginn des ersten Kapitels. „Es liest sich, als winke jemand aus einer anderen Welt zu uns und möchte uns daran erinnern, dass neben all unseren Problemen, die uns auf den Nägeln brennen, diese Welt mit der Fülle ihrer Schönheit  immer noch – wenn auch schon nicht unversehrt – besteht. Die Terminwahl stellt sich als gelungen heraus, denn im Vortragsraum war jeder Platz besetzt.

Einige Interessenten mussten leider wieder den Heimweg antreten. Nach dem Kaffeekränzchen, zu dem sich auch viele Heimatfreunde aus Ahlen eingefunden hatten, las Hildegard Latzel aus dem Buch vor. Bei Kaffee, Kuchen und belegten Schnittchen drangen die Besucher tief in den „Versunkenen Garten“ ein.  
Die  fast nüchterne  Autobiographie Wibbelts ist mehr als ein wehmütiger Nachklang von Vergangenem.

Foto: Christian Wolff
Wibbelts "versunkener Garten" ist bei Aschendorff erschienen
Sie ist   Zeugnis eines gütigen Menschen und Seelsorgers. Auch der bekannte oldenburgische Autor Hein Bredendiek urteilte: „Diese Lebenserinnerungen eines vielseitig beschäftigten Pfarrherrn und begnadeten Poeten beeindrucken durch  Fülle der menschlichen Begegnungen und alltäglichen Freuden, von denen Wibbelt mit echt Raabeschem Humor zu erzählen weiß.“

Augustin Wibbelt schildert seinen Lebenslauf, beginnend mit  unbeschwerten Kindertagen auf dem elterlichen Hof im Vorhelmer Schäringer Feld. Respektvoll, aber auch vertrauensvoll stellt er seine Eltern und sieben Geschwister vor, seine ersten Kindheitseindrücke und Erlebnisse, aber eindrucksvoll und bis ins Detail auch sein Heimatdorf mit der alten Pfarrkirche sowie die nahe der Kirche gelegene alte Dorfschule.

„Auch einige heimische Originale präsentiert Wibbelt in seinem letzten Buch, das seinen Lesern viele Eindrücke über das religiöse und gesellschaftliche Leben jener Zeit vermittelt und eine Vorstellung von der Persönlichkeit des Lyrikers und Priesterdichters gibt“, so Latzel.

Der zweite Teil des Nachmittags war der leichteren Muse gewidmet. „Dönekes und Veteilsel up Patt“ erzählte und verlas nicht nur Hildegard Latzel, auch einige Gäste kramten lustige Erlebnisse aus ihrer Erinnerung – und ernteten viel Beifall.

Die Neuauflage des Wibbelt-Buches  „Der versunkene Garten“ ist bei Aschendorff erschienen.

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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