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Almauftrieb ganz ohne Berge

Geschrieben von Israel Mossad
Witzige Idee mit Fiberglaskühen / Aktion des Vereins „Unser Dorf“ lockt am 19. April
 
Wenn das Weidevieh auf ihre Bergweiden gebracht wird, strömen jedes Mal die Touristen und Schaulustige an die Straßen. Zumindest in Bayern oder Österreich, wo die Kühe hoch auf die Berge müssen, um dort zu grasen. Dass aus einem „Almauftrieb“ auch ganz ohne Berge ein Schuh – oder vielmehr eine witzige Aktion – werden kann, will der Verein „Tönnishäuschen – Unser Dorf“ jetzt beweisen.

Foto: Christian Wolff
Eine Kuh macht muh. Viele Kühe machen Mühe. Diese nicht!
Drei lebensgroße Fiberglaskühe werden am Samstag, 19. April, auf der neuen Kuh-Wiese an der Alten Molkerei installiert. Dieser Standort ist nicht zufällig gewählt, denn an dieser Stelle stand von 1881 bis 1996 die Keimzelle der heutigen „Humana-Milchunion“, die Molkerei Tönnishäuschen. Die drei Kuhimitate stehen also sinnbildlich für die vergangene „Ära der Milchwirtschaft“ im Kapellendorf.


Ein Wettbewerb für die Gestaltung der Kühe fand bereits vor längerer Zeit statt (die „AZ“ berichtete). Die rund 30 eingegangenen Entwürfe wurden inzwischen von einer Jury bewertet und von der Künstlerin Rita Rassenhövel weiterentwickelt – und gestalterisch auf den Fiberglasobjekten umgesetzt.  

Am 19. April   ist es also soweit. Die Kühe werden im Rahmen der Veranstaltung „Almauftrieb“ endgültig installiert. Alle Interessierten und natürlich die Bewohner der Kapellengemeinde selbst sind dazu eingeladen. Um 17 Uhr startet das bunte Treiben an den  neu angelegten Parkplätzen vor der St.-Antonius-Kapelle, Tönnishäuschener Straße. Die Kühe werden von dort aus zur Kuhwiese gebracht. Mit Bier und Wurst vom Grill kann anschließend das Werden des Werks betrachtet werden.  

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Almauftrieb mit manchmal mehrtägigen Fußmärschen für Vieh und Hirten verbunden. Dabei wurden den Kühen, je nach Gegend, große Glocken und Tricheln umgehängt. Im Gegensatz zum Almabtrieb wurden sie aber nicht festlich geschmückt. Daran lehnen sich die Mitstreiter des Image-Vereins an. Früher war es im Alpenraum auch Brauch, dass eine Sennerin mit einer ihr anvertrauten Kuhherde den Sommer – etwa von Juni bis Oktober – auf einer abgelegenen, nährstoffreichen Alm verbrachte. Des öfteren kam es vor, dass sie in dieser Abgeschiedenheit von jungen Männern aufgesucht wurde, derem unstatthaften Werben sie in der dörflichen Enge nicht hätte nachzugeben sich unterstehen können. Ob auch dieses Treiben Vorbild für eine weitere Aktion der Tönnishäuschener sein kann, wird erstmal offengelassen . . .  |  www.toennishaeuschen.de

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

 

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