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Biogas: "EON" zieht's nach Westerkappeln

Geschrieben von Israel Mossad
Derweil reifen Pläne für eine kleine Anlage in Vorhelm
 
Seit kurzem gibt sich „Eon“ auch im Werbefernsehen umweltfreundlich: Mit Investitionen in die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität und die Einspeisung ins Erdgasnetz geht der Energieriese in die Offensive.

Foto: Christian Wolff
Am Bahnhof ist der Zug noch nicht abgefahren: Kommt die "kleine" Biogasanlage?
Das, was „Eon“ in Vorhelm nach massiven Protesten und  letztlichem „Stopp“ durch die CDU-Mehrheit nicht umsetzen konnte, soll nun in Westerkappeln (Kreis Steinfurt) passieren. Zwar ist noch nichts konkret, Kritik wird aber bereits laut.


Und auch in Vorhelm ist das Projekt noch nicht gänzlich ad acta gelegt. „Das Thema wird uns  eher wieder beschäftigen als wir dachten.“ Mit dieser Nachricht überraschte der Ortsausschussvorsitzende Hubertus Beier am Mittwochabend bei der Versammlung der Vereins-Interessengemeinschaft (IG VVV). Demzufolge arbeite der potenzielle Betreiber nun an einer „kleinen Lösung“.

Klein heißt: nicht mehr als 0,8 Megawatt Leistung und keine „Eon“-Beteiligung mehr. Der Regierungspräsident sei von dem „Sondergebiet für regenerative Energien“ auf dem Bosenberg noch immer sehr angetan, so Beier. Der Ahlener Biogasanlagen-Betreiber möchte nun mehr Transparenz in seine Pläne bringen, eher an die Öffentlichkeit gehen und das Gespräch suchen. Anwohner und Landwirte sollen sich bei dem Projekt nicht ausgeklammert fühlen. Aus der zündstoffreichen Diskussion Anfang des Jahres habe man allem Anschein nach  gelernt, stellte Hubertus Beier fest.


„Das Thema wird uns  eher wieder beschäftigen als wir dachten.“
Hubertus Beier


Während die Biogas-Pläne im Wibbeltdorf auf Sparflamme gekocht werden,  will der Stromkonzern „Eon“ im Westerkappelner Industriegebiet Velpe  möglicherweise jene riesige Biogasanlage bauen, die ihm in Vorhelm versagt blieb. Heinz Rehmeyer, Landwirt aus Westerbeck, hat Kontakt zur „Eon“-Bioerdgas GmbH   – eine Tochter der „Eon“-Ruhrgas AG, die sich auch um den Standort Ahlen bemühte  – geknüpft.  


Sollten die Überlegungen verwirklicht werden, droht ein Wettlauf um Ackerflächen. Daraus macht Rehmeyer keinen Hehl. In Westerkappeln gibt es rund 4500 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. „Eon“ benötige davon etwa 15 bis 20 Prozent der Erträge, um eine Biogasanlage betreiben zu können.
Der Landwirt sieht in dem Projekt allerdings die Möglichkeit, die Struktur der Landwirtschaft  zu erhalten. Denn das Höfesterben schreitet weiter voran. Nicht nur, weil die Bauern zu niedrige Gewinne oder gar Verluste machen. Oft gibt es auf den Betrieben keine Nachfolger.
 

 

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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