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Ackerbauern stehen unter Druck

Geschrieben von Israel Mossad

Petra Pähler-Paul: „Lehnt Ahlen die Anlage ab, kommt sie woanders hin“
 
„Dass  Landwirte Existenzsorgen haben, das verstehe ich gut“, sagt Petra Pähler-Paul. Doch es gelte auch in Sachen Bosenberg die Devise: „Nicht der, der am lautesten schreit, hat auch immer recht“.

Foto: Christian Wolff
Biogasanlage Bosenberg in Ahlen-Vorhelm
Die Grünen-Fraktionschefin steht einer Biogasanlage  nach wie vor aufgeschlossen gegenüber, sieht die Situation aber wie die SPD-Kollegen differenziert und mit Rahmenbedingungen verknüpft.

„Man kann dieses Problem nicht lokal bewältigen. Lehnen wir die Biogasanlage hier ab, kommt sie in Oelde, Beckum oder sonst einem Nachbarort“, ist Pähler-Paul überzeugt. „Und dann sind unsere Landwirte genauso betroffen.“ Im Grunde könne sie sich kein besseres Gelände als das auf dem Bosenberg für die Anlage vorstellen. Es könnte dadurch eine bessere Daseinsvorsorge geben. Das „Gespenst der Monokulturen“ sei überdies „aus der Luft gegriffen“.

Inzwischen habe sie festgestellt, dass „ein tiefer Riss“ die Ackerbauern und Viehzüchter spaltet.  Die Protestbewegung setze diesen Teil ihrer Berufskollegen offenbar zunehmend unter Druck.  
„Ich höre keinen der Landwirte schreien, wenn jedes Jahr etliche Flächen durch neue Gewerbegebiete und Straßen verlorengehen. Hier aber bleiben die Flächen in Landwirtehand“, sagt Petra Pähler-Paul.

Dass sich die Anwohner über die Pläne ärgern, hält die Fraktionsvorsitzende ebenfalls  für kurzsichtig. „Davon auszugehen, dass das Zementwerk schließt und nie wieder Lkw-Verkehr in dieses Gewerbegebiet fährt, ist unrealistisch. Wenn ich da wohne, muss mir das klar sein.“  

Die Grünen wollen die Verwaltung bitten, eine Verknüpfung des Bosenberg-Projekts mit Möglichkeiten auf dem Zechengelände zu prüfen, um vor Ort einen Gewinn davon zu haben. Kurzum: Die Biogasanlage soll in Betrieb gehen, doch ein Blockheizkraftwerk auf dem Zechengelände für die Umwandlung in Wärme sorgen. Womöglich könnte damit sogar die Kolonie beheizt werden.

Das angedachte Biomasseheizkraftwerk auf dem Zechengelände hält die Fraktion planerisch für unsinnig. „Das verträgt sich auch nicht mit den übrigen Nutzungen der Zeche, die in Richtung Hotelbetrieb und Freizeitangebote geht.“


„Ich höre keinen Landwirt schreien, wenn Flächen durch neue Gewerbegebiete  verlorengehen. “
Petra Pähler-Paul

Warum „Eon“ und nicht die Stadtwerke an dem Projekt in Vorhelm-Bahnhof beteiligt sind, fragen sich die Grünen ebenfalls. „Wenn es sich für einen Großkonzern lohnt, warum dann nicht für den lokalen Anbieter?

Ich halte die Stadtwerke nur für überlebensfähig, wenn sie sich auch als Energieerzeuger einbringen“, sagt die Politikerin. Angeblich hätten die Bielefelder Partner vor, sich an einer Biogasanlage zu beteiligen.
Dass es in Ahlen keine gute Ausgangsbasis gab, klammert Petra Pähler-Paul nicht aus: „Ich war anfangs irritiert, weil die künftigen Betreiber im Dunkeln bleiben wollten, was sich inzwischen geändert hat. Wer aber in dieser Stadt ein Anliegen hat, braucht sich nicht zu verstecken.“  
 
Können sich die Stadtwerke in dem Biogasanlagen-Projekt auf dem Bosenberg einbringen? Diese Frage sollte geprüft werden, wünscht sich die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Ahlen. Bei allem Protest dürften auch die Vorteile regenerativer Energieerzeugung nicht vergessen werden.

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 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung