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Streitpunkt bleibt die Leistung

Geschrieben von Israel Mossad
Biogasanlagen-Projekt: SPD und Grüne nehmen Stellung / Neues Denkmodell
 
Drei Tage vor der großen Bürgerversammlung in der Stadthalle melden sich die Fraktionen von SPD und Grünen zu Wort. Doch das Thema ist zu komplex, um in schwarz und weiß zu denken, betonen beide Parteien.

Foto: Christian Wolff
Norbert Bing, Fraktionsvorsitzender der SPD im Ahlener Stadtrat
Zwar begrüßen die Sozialdemokraten das Projekt „Biogasanlage auf dem Bosenberg“, fühlen sich aber nicht zuletzt wegen des massiven Landwirteprotests bewogen, einer Erweiterung der Kapazität von 0,8 auf zwei Megawatt nicht zuzustimmen. Grünen-Fraktionschefin Petra Pähler-Paul führt derweil eine ganz neue Denkrichtung an.

Können die Projekte „Biomassekraftwerk auf Schacht 1/2“ und „Biogasanlage in Vorhelm-Bahnhof“ nicht sinnvoll miteinander verknüpft werden? Könnte man statt einem Energieriesen wie „Eon“ nicht besser die Stadtwerke mit ins Boot holen, die seit der Partnerschaft mit Bielefeld ohnehin neue Geschäftsfelder erschließen wollten? Geht falsche Rücksicht auf einen Teil der Landwirte auf Kosten des Allgemeinwohls? Diese und andere  Fragen haben sich die Grünen in diesen Tagen gestellt. Jetzt machen sie die Ergebnisse öffentlich.

„Wir gehen davon aus, dass eine Biogasanlage als alternative Energiegewinnung  durchaus sinnvoll ist, weil die Grundlast nicht allein durch Sonnen-,  Wind- und Wasserkraft getragen werden kann“, sagt Petra Pähler-Paul in einem Pressegespräch. Sie kritisiert beim Bosenberg-Projekt jedoch die „sehr verwirrende Informationspolitik aller Seiten“ und das „falsche Einschätzen des Konfliktpotenzials“ seitens der Politik. „Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan wäre viel sinnvoller gewesen als ein Bauleitplanverfahren, weil dann viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten bleiben“, ist sie sich sicher.

Die SPD-Fraktion teilt hingegen auch mit Blick auf die Anwohner mit, sich gegen die Biogasanlage auszusprechen, sollten tatsächlich mehr als 0,8 Megawatt Leistung angestrebt werden.

 Diskussionsforum: Ahlener Zeitung

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Nicht mehr als 0,8 Megawatt

 

Zur Diskussion um die geplante Biogasanlage in Vorhelm-Bahnhof nimmt die SPD-Fraktion Stellung:
 
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ahlen begrüßt ausdrücklich, dass es zu einer wirtschaftlichen Nachfolgenutzung auf dem Gelände des Zementwerks Bosenberg kommen soll.

Wir haben bei der Vorstellung dieser Nachfolgenutzung im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass wir auch mit einer Biogasanlage – bei 0,8 Megawatt elektrischer Leistung – durchaus einverstanden sind.
Hintergrund dieser Entscheidung damals war unter anderem auch, dass die Belastung der Wohnbevölkerung im Ortsteil Vorhelm nicht größer würde, als zu Zeiten des Betriebs des Zementwerks und dass man uns glaubhaft hat versichern können, dass die heimische Landwirtschaft von dieser Anlage unterm Strich profitiert.

Nicht zuletzt die massiven Proteste der heimischen Landwirte, Gespräche mit ihren Vertretern, aber auch mit den Investoren, haben uns nun zu der Entscheidung geführt, dass wir die Erweiterung der Kapazität auf zwei Megawatt elektrischer Leistung (entspricht fünf Megawatt Feuerungswärmeleistung) nicht mittragen werden.

Neben einer Vielzahl noch offener Fragen, beunruhigt uns insbesondere die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung der elektrischen Leistung über zwei Megawatt hinaus, die zurzeit unbefriedigende verkehrliche Infrastruktur – die Belastung der Wohnbevölkerung würde sich vervielfachen – und nicht zuletzt die Situation unserer heimischen Landwirte, denen überlebensnotwendige Ressourcen entzogen würden.

Nach Abwägung all dieser Fakten hat sich die Fraktion einmütig gegen eine Ausweitung der Genehmigung über 0,8 Megawatt elektrischer Leistung ausgesprochen.

Norbert Bing, SPD-Fraktionsvorsitzender


 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung