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Symbolische Symbiose mit Karneval vom Rhein

Geschrieben von Israel Mossad
Wie ein Kölner Raritäten-Orden den Weg nach Vorhelm fand

Eine ganze Reihe von Geburtstagen, Jubiläen und Jahrestagen prägen in dieser Session die KG „Klein-Köln“. Sie wird runde 60 Jahre alt, der Vorhelmer Kinderkarneval immerhin 35.

Foto: Christian Wolff
Christoph Kaldewei (l.), Präsident der KG Klein-Köln, präsentiert den Orden und seinen Stifter Josef Remmert
Und seit genau 20 Jahren trägt Präsident Christoph Kaldewei einen Orden, der eine besondere Geschichte hat.

Der sogenannte Sitzungsorden ist eine Stiftung des Jubiläumsprinzenpaars der Session 1988/89: Josef II. und Petra I. Er besteht aus Silber und goldüberzogenen Elementen der KG sowie den Wappen der KG und Kölns. Und es handelt sich eigentlich um zwei Orden in einem, der vom jeweils amtierenden Präsidenten bei allen offiziellen Anlässen zu tragen ist. „Bis jetzt hat ihn noch kein anderer angelegt“,  sagt Christoph Kaldewei und schmunzelt.

Blick zurück: Das Kalenderjahr 1948 ist das Gründungsjahr der Vorhelmer Karnevalsgesellschaft „Klein-Köln“. Der Zweite Weltkrieg ist vorüber. In der Karnevalshochburg Köln hat es seit 1939 keinen Rosenmontagsumzug mehr gegeben. Die Stadt am Rhein liegt in Schutt und Asche. Die meisten Akteure der 33 KGs haben die schlimmen Jahre nicht überlebt.

Die Stadt ist eine Trümmerlandschaft, viele Straßen sind noch verschüttet. Die Menschen hausen in Kellern, sie leiden bittere Not, hungern und frieren. Das Wahrzeichen der Stadt, der Dom, ist schwer „angeschlagen“, aber die beiden Türme haben wie durch ein Wunder den Bombenhagel überstanden.
Überstanden hat auch der Lebenswille. Der Wiederaufbau ist im Gange, mit der Währungsreform 1948  erblüht die Hoffnung auf Frieden, Arbeit und bescheidenen Wohlstand. Gäste aus aller Welt feiern in Köln das 700-jährige Dom-Bestehen.

Foto: Christian Wolff
Der besondere Karnevals-Orden
Aus diesem Anlass  hat die neu formierte Ehrengarde zu einer der ersten geselligen Veranstaltungen geladen. Ihr Reiterkorps kann bereits die neuerrichtete Deutzer Brücke passieren und die Domsilhouette von der rechtsrheinischen Seite betrachten. Diese Zeitzeichen werden auf dem historischen Gesellschaftsorden kunstvoll dargestellt. Es können nur wenige Exemplare in Handarbeit angefertigt werden.

Einer dieser Raritäten-Orden fand unter glücklichen Umständen den Weg nach „Klein-Köln“ am Hellbach, wo er zum 40-jährigen KG-Bestehen einen besonderen Bezug zwischen Vorhelm, Köln, den Kirchtürmen und zum Zeitgeschehen der Nachkriegszeit vermittelt.

Ulrike Dinnendahl-Strätling (1941 bis 1994) hat in ihrem Goldschmiedeatelier den Sitzungsorden künstlerisch gestaltet und so den rheinischen Karneval mit dem heimischen münsterländischen Karneval symbolisch vereint. – Und das hat dem Präsidenten bis heute Glück gebracht.

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung.

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