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Frauenbewegungen hatten auch religiöse Motive

Geschrieben von Israel Mossad
Pfarrcaritas Vorhelm tagte / Referat von Susanne Mandelkow

Brigitte Fährenkemper begrüßte am Donnerstagnachmittag rund 60 Frauen zur Jahreshauptversammlung der Pfarrcaritas Vorhelm.

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Etwa 60 Frauen lauschten den Ausführungen der Referentin
Nachdem sich die Anwesenden  eifrig bei Kaffee und Kuchen ausgetauscht hatten, folgte ein umfangreicher Vortrag von Susanne Mandelkow zum Thema „ Die Frauenbewegung im 19. und 20. Jahrhundert im Judentum, Christentum und Islam.“

 

Nach einem Exkurs in die Religionsgeschichte behandelte die Islamwissenschaftlerin vorwiegend die Frauenbewegung. Die Referentin schilderte die unterschiedlichen Wege jüdischer und katholischer Frauen des Bürgertums in Deutschland in ihrem Bemühen, ihrem allzu eng gefassten traditionellen Rollenverständnis zu entkommen. „Über religiöses und caritatives Engagement, Berufsorganisationen und überregionale jüdische und katholische Frauenverbände mit frauenspezifischer Bildungs- und Sozialarbeit gelang schließlich die schrittweise Loslösung von der traditionellen Rolle der bürgerlichen Frau“, erklärte Mandelkow.

 

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Brigitte Fährenkemper und die Referentin Susanne Mandelkow (v.l.)
Das Engagement für die Gleichstellung in Recht, Politik und Bildung überließen jüdische und katholische Frauen der allgemeinen Frauenbewegung, von der sie sich bewusst absetzten, um ihre religiöse Identität zu wahren. Dafür setzten sie sich mehr und mehr für die Gleichberechtigung der Frau in ihrer jeweiligen Religion ein.

 

Die Frauenbewegung im Islam verdeutlichte die Referentin  am Beispiel der Türkei in ihren Besonderheiten: „Im 19. Jahrhundert führten die Osmanen erste rechtliche und bildungspolitische Reformen durch. Gebildete Frauen gründeten Zeitschriften als Diskussionsforen für Frauenanliegen.“ Auch die islamische Frauenbewegung wurde von gebildeten Türkinnen der bürgerlichen und aristokratischen Oberschicht getragen. Mit der Entstehung des türkischen Nationalstaats nach dem Ersten Weltkrieg unter Atatürk wurde die Gleichberechtigung der Frau ein Anliegen des Staates.  
„Wichtig ist“, betonte Mandelkow, „dass man bei allen Ähnlichkeiten den Blick für die unterschiedliche Situation der Frauen in den drei Religionen nicht verliert und auch die verschiedenen Wege akzeptiert.“

 

 

 Sebastian Schnurpfeil schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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