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Kriegstagebuch wird gedruckt

Professor Dr. Paul Leidinger unterstützt Forschungsarbeiten des Heimatvereins

Sind die Ergebnisse der Vorhelmer Heimatforschung auch kreisweit interessant? Professor Dr. Paul Leidinger meint: ja. Und sie sollten veröffentlicht werden, betonte er.

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Foto: Christian Wolff
Am Montagabend war der Vorsitzende des Kreisheimatvereins Beckum-Warendorf zu Gast in der Wibbeltgemeinde – und voll des Lobes für die Autorenarbeiten von Pastor Hermann Honermann und Hans Strack. „Sie leisten hier wichtige Grundlagenarbeit, von der auch Heimatforscher in umliegenden Gemeinden profitieren können“, sagte er.

Da ist zunächst die Zusammenfassung der Tagebuchaufzeichnungen von Hans Strack aus Aachen. Als junger Mann war dieser in seiner Heimat ausgebombt und  samt Familie in Vorhelm untergekommen. Dort arbeitete er im Amtshaus – und erlebte schließlich die Befreiung durch die Amerikaner. Leidinger ist sich sicher, Die Tagebuch-Erinnerungen werden auf breites Interesse stoßen. „Ich kann mir gut vorstellen, das Buch in unsere Reihe der Quellen und Forschungen aufzunehmen.“ Darin erscheint derzeit ein Beitrag zum Thema „Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg“. Thematisch also nicht ganz weit weg. Die Anregung, weitere Kriegstagebücher auszuwerten, nahmen die Vorhelmer gerne auf. Ob diese dann zusammen mit dem Buch von Hans Strack veröffentlicht werden oder separat, wird nun geprüft.

Das einzige Problem ist derzeit noch die Finanzierung. „Vielleicht können wir noch Spender motivieren“, meinte Heimatvereins-Vorsitzender Willi Wienker. Professor Leidinger hofft außerdem, dass die Stadt Ahlen sich in irgendeiner Form beteiligt. „Die Erkenntnisse sind ja für die ganze Stadt von großer Bedeutung.“

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Herbert Leifker (r.) und Willi Bücker (l.) studieren mit Prof. Leidinger einen Urhandriss
Sobald Stracks Zusammenstellung jedoch gedruckt ist, plant der Heimatverein ein weiteres Buch. Pastor Hermann Honermann hat Schatzungslisten ausgewertet – vom Mittelalter bis 1830. Im gesamten Kreisgebiet gebe es kaum jemanden, der sich diese Arbeit gemacht hat. Der Vorhelmer Geistliche hat es – und das gerne. „Ich habe festgestellt, ich bin süchtig nach Geschichte“, musste er schmunzeln. Damals, als er als Pastor ins Hellbachdorf kam, habe er auch gedacht, das sei eben alter Kram und er müsse sich auf die Seelsorge beschränken. „Aber ich hatte immer wieder Anfragen aus der Gemeinde, die in Richtung Familienforschung gingen.“  Schließlich war das Interesse geweckt. Und die Voraussetzungen  waren bestens, schließlich beherrscht Honermann mehrere Sprachen, unter anderem Latein. Mit Niederländisch-Platt als Muttersprache ist es ihm außerdem ein Leichtes, die Bedeutung diverser Mundarten zu durchschauen.

Es sei also nicht ausgeschlossen, sagte der Pfarrer, dass noch weitere Buchprojekte zu Vorhelms Geschichte folgen. „Solange ich geistig fit bin, werde ich mich darum bemühen.“ Professor Leidinger freut es: „Es wäre schön, wenn es überall so rege und geschichtsinteressierte Leute gäbe wie hier in Vorhelm“, sagte er zum Schluss.
 
 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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