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Heimann: Schluss nach 50 Jahren

Vorhelmer Fachgeschäft war eine Institution
Eigentlich steht in diesem Jahr ein Jubiläum ins Haus: 50 Jahre Fachgeschäft Heimann in Vorhelm. Doch zum Feiern ist Andreas Heimann in diesen Tagen gar nicht zumute.

Sein Laden an der Pankratiusstraße mit dem gelb-grünen Leuchtschriftzug wird in absehbarer Zeit schließen. Das bestätigte der Inhaber gestern auf Anfrage der „AZ“. Damit verliert nicht nur das Hellbachdorf, sondern auch die Stadt Ahlen eines ihrer letzten Fachgeschäfte mit  breitem Sortimentumfang. Spielzeug, Hausrat, Werkzeug, Gartenbedarf, Schreibwaren, Malerzubehör und Elektroartikel – Heimann hat’s immer vorrätig. Wer demnächst Staubsaugerbeutel oder einfach nur eine Glühlampe braucht, muss weitere Wege machen.

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Ein Stück Tradition: Heimann im Schatten der St.Pankratiuskirche
Das Geschäft ist in Vorhelm seit vielen Jahren eine Institution, die jedes Kind kennt. Doch der Anfang vom Ende war Andreas Heimann zufolge der Abzug der Postagentur vor ziemlich genau zwei Jahren. Laufkundschaft fiel weg. „Das war mit Sicherheit ein wichtiger Faktor“, sagt er, „denn am Sortiment habe ich nichts verändert.“ Im Gegenteil.  Hinzu kommen gesundheitliche Gründe. Die haben den Geschäftsmann seit einigen Jahren eingeschränkt, wie er zugeben muss. Am 12. Februar 2004 überlebte er einen schweren Verkehrsunfall, an dessen Folgen er nach wie vor zu leiden hat.


Und: Das Kaufverhalten der Menschen habe sich hier wie überall gewandelt, musste der Vorhelmer feststellen. „Viele Kunden holen sich bei mir die Fachberatung, gekauft wird hinterher aber im Großhandel, wo keine Fachkräfte sind.“ Heimann spricht dabei von einer „Discounter-Mentalität“, von der die Dorfbevölkerung lange Zeit verschont geblieben war. „Heute fahren die Leute allerdings raus, um Waren zu besorgen, wie ich sie anbiete. Die Vorhelmer kaufen nicht in Vorhelm.“ Nicht mehr. Daraus muss das Geschäft an der Pankratiusstraße nun seine Konsequenzen ziehen. Wie viele vor ihm übrigens auch. „Man vergisst schnell, dass wir einmal zwei Fleischer-Fachgeschäfte in Vorhelm hatten, 13 Kneipen und drei Tankstellen. Alles vorbei“, erinnert sich Andreas Heimann.
Im Jahr 1957 eröffnete sein Vater  Josef Heimann, lange Jahre an vorderster Front im Gewerbeverein, an der damaligen Kirchstraße 34 das Haushaltswaren-Fachgeschäft. In Jahren  des Wirtschaftswunders war es nur eine Frage der Zeit, bis der Platz in einer ehemaligen Scheune nicht mehr ausreichte. So kam es  zu mehreren Erweiterungen, im Jahr 1960 und zuletzt 1998.
Was aus dem Ladenlokal in einigen Monaten werden soll, weiß Andreas Heimann noch nicht. Erstmal muss das Geschäftliche abgewickelt werden, sagt er: „Wer noch Gutscheine hat, sollte sich mit dem Einlösen beeilen.“

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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