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Als der Knoten wanderte

Anfang der 60er Jahre wurde die Tönnishäuschener Kreuzung verlegt
Vier Millionen Mark - oder etwas mehr sogar - wurden vor mehr als vier Jahrzehnten rund um die Kapellengemeinde Tönnishäuschen verbaut. Aus kurvigen Straßen wurden innerhalb von mehr als 150 Arbeitstagen gerade gemacht, Teilstrecken wurden gar verlegt.

ImageDie größte Aufgabe bei dieser Baumaßnahme war allerdings die Verschiebung der schon
damals verkehrsreichen Kreuzung nach Süden. Die meisten der heutigen Bewohner Tönnishäuschens kennen den alten Straßen- und Kreuzungszuschnitt nur noch aus Erzählungen. Wer über 50 Jahre alt ist, hat die Großbaustelle  womöglich schon bewusst erlebt. Die alte Kreuzung, sie lag mitten im Ort vor den Pforten der Gaststätten Pieper und Samson sowie des Gehöfts Hanskötter. Über Jahrhunderte hinweg war sie aus den zwei uralten Handelswegen Friesenstraße und Hellweg entstanden. Bei Ausschachtungsarbeiten kamen vor einigen Jahrzehnten sogar Holzbohlen ans Licht, die im Mittelalter zur Bodenbefestigung dienten. Ein deutliches Indiz dafür, dass der heute verkehrsreichste Knotenpunkt des Kreises Warendorf schon in Urzeiten viel befahren war.

Auf dem gepflasterten Brunnenplatz vor der gräflichen Gaststätte Samson, dem Landgasthof, herrschte ein buntes Treiben. Die Kreuzung brachte zwar viel Verkehr, aber auch viele Gäste in den Ort. Im Verhältnis zu seiner Größe  hatte Tönnishäuschen überdurchschnittlich viele Gäste. Die Wirtschaften hielten zeitweise sogar Übernachtungsmöglichkeiten und Ställe für Pferdegespanne vor. Um 1840 siedelte sich neben der Pferdedeckstation des Westfälischen Landgestüts auch eine Postagentur in Samsons Räumen unmittelbar an der Kreuzung an, die damals selbstverständlich noch keine Ampeln hatte.

Als sich der Verkehr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vervielfachte, wurde das Nadelöhr zu gefährlich. Folgenschwere, oft tödliche Unfälle veranlassten das Landesstraßenbauamt und die Gemeinde Vorhelm zum Handeln. Nachdem 1959 bereits die Ortsdurchfahrt des Hellbachdorfs ausgebaut wurde, kam Tönnishäuschen  an die Reihe. Gleich mitabgewickelt wurde ein
Flurbereinigungsverfahren, bei dem sich Amtsdirektor Hermann Untiedt einschaltete. Er räumte Bedenken zahlreicher Grundstückseigentümer letztlich beiseite. 1961 war Baubeginn. Die Geschichte des Knotenpunkts könnte Bände füllen. Letzter Höhepunkt darin war der Abbau der Ampeln im Jahr 2001 und der Umbau zu einem Kreisverkehr, der sich bis dato sehr gut bewährt.


Foto: Tönnishäuschen und sein Verkehrsknotenpunkt aus der Luft. Gelb markiert
ist der ursprüngliche Verlauf der Straßen aus den Richtungen Münster und
Beckum (L 586) sowie Ahlen und Warendorf (L 547). copyright (c) Christian Wolff

Ahlener Zeitung Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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