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Tönnishäuschen ohne Zigarettenautomat

Tönnishäuschen. Ganz Deutschland ist mit Zigarettenautomaten bestückt. Ganz Deutschland? Ein kleines Dorf bei Ahlen ist seit kurzem automatenfrei. Raucher, die in Tönnishäuschen wohnen, können nicht mehr „mal eben zum Automaten“ gehen, sondern müssen weitere Wege auf sich nehmen. Aufsteller Spinola aus Gütersloh hat die alten „Kippen-Spender“ kurzerhand abgebaut.

ImageNachfragen bei dem Unternehmen sind nicht mehr möglich: Spinola hat sich nach letzten Informationen Anfang des Jahres aus dem Geschäft zurückgezogen.
„Das ist schon eine blöde Sache“, muss Christiane Stuckholt gestehen. Die Betreiberin des Landgasthofs war überrascht, als in der Kapellengemeinde plötzlich sämtliche Automaten abgebaut wurden. „Das wichtigste ist für uns,  die Gäste zufrieden zu stellen. Also hätte ich ganz gerne zumindest in der Gaststätte noch einen Automaten behalten“, sagt sie. Letzte Telefonate mit der Aufstellerfirma endeten ergebnislos. Dass Spinola aufgibt, erfuhr Christiane Struckholt dabei allerdings  nicht.


 Auch an einem weiteren Automatenstandort am Abzweig Eichengrund blieben nur die Bohrlöcher zurück, in denen das Gerät jahrelang befestigt war. In Tönnishäuschen wird  seit einigen Wochen nur vermutet, warum das Dorf jetzt ohne Zigarettenautomaten auskommen muss. Dass die Umrüstung auf Geldkarten mit Altersnachweis so manchem Aufsteller Kopfzerbrechen bereitete, ihn letztlich zum Ausdünnen des Automatennetzes zwang, können sich die meisten denken. „Tatsächlich nicht verwunderlich“ findet es Hubertus Tillkorn, dass sich die Zahl der Automaten generell verringere. „Das ist deutschlandweit so“, sagt  der Fachmann vom Ascheberger Automatenaufsteller Erkmann und nennt Zahlen: „Wir hatten mal 840 000 Automaten in ganz Deutschland. Jetzt sind es nur noch rund 500 000. Klar, auch wir haben Umsatzeinbußen.“ Die 40 Prozent, die Erkmann inzwischen vom Markt genommen hat, seien auch nicht mehr rentabel gewesen. Und das habe viele Gründe. „Es sind so manche Geräte nicht mehr umzurüsten, zu alt für die neue Technik.“ Aber auch das veränderte Konsumverhalten, die neuen Gesetzesbestimmungen zum Jugendschutz und  Unsicherheit bei den Automatennutzern macht Tillkorn dafür verantwortlich.

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Dabei sei das Prinzip doch „eigentlich ganz einfach“. Sogar „elegant und viel bequemer“, schiebt er nach. „Weil man nicht mehr das lästige Kleingeld durchkramen muss.“ Das Prinzip, das er meint, funktioniert so: Wer seine Geldkarte mit einem speziellen Chip ausstattet, der die Altersangabe – Zigaretten nur ab 16 –  gespeichert hat, kann von einem vorher „aufgeladenen“ Guthaben zehren.  Doch davon hat Tönnishäuschen als wohl einziges Dorf der Umgebung ohne Zigarettenautomaten herzlich wenig. Zumindest im Moment. Doch Tillkorn ist zuversichtlich, dass die Situation nicht so bleibt: „Ich bin sicher, dass man da was machen kann“, sagt er.

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