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Zementwerk Bosenberg schließt

Gedrückte Stimmung im Ortsteil Vorhelm-Bahnhof. Das Zementwerk Bosenberg schließt seine Pforten. Nur noch bis zur Jahresmitte 2007 läuft dort die Mahlanlage. Am Donnerstag, 5.10.2006 wurden die verbliebenen 16 Mitarbeiter während einer Betriebsversammlung über die Pläne der Heidelberg Cement AG informiert.
ImageDr.Brigitte Fickel, zuständig für Unternehmenskommunikation, bestätigte die Werksschließung auf Anfrage. Sie sei Teil der "Produktionsoptimierung" in Westfalen. "Man muss langfristig planen. Der Markt hat sich zwar in diesem Jahr belebt, aber die Prognosen sehen nicht so gut aus. Es handelt sich um keine Trendwende, sondern höchstens um ein Zucken in der Kurve."
 
Schuld daran seien nicht zuletzt die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung der Bundesregierung und das Energiesparprogramm. Es gelte überall, Energie zu sparen. "Das Mahlverfahren ist eben eine sehr energieintensive Sache", beschreibt Fickel. Die Unternehmensführung habe sich aufgrund dessen zur Schließung entschieden. Die in der Nähe liegenden Standorte Geseke und Ennigerloh verfügten über ausreichende Mahlkapazitäten, um die Mengen des Ahlener Werks zu übernehmen.
 
Einem Teil der von der Schließung betroffenen Mitarbeiter will Heidelberg-Cement Arbeitsplätze in den Nachbarstandorten anbieten. Wie viele das sein werden, kann Fickel noch nicht sagen. "Es wird noch nicht über Zahlen gesprochen. Das hängt immer davon ab, wie die Strukturen in den Betrieben sind." Für die ausscheidenden Mitarbeiter soll ein Sozialplan Anwendung finden.
 
Mit der Verlagerung der Mengen auf die Standorte Geseke und Ennigerloh will Heidelberg-Cement deren Auslastung verbessern. Außerdem würden Klinkertransportkosten eingespart. "Wir müssen die Produktionsabläufe unserer Werke optimieren, um bei unbefriedigendem Erlösniveau und steigenden Energiekosten unsere Leistungsfähigkeit zu verbessern." formuliert es Andreas Kern, der für Europa zuständige Vorstand von Heidelberg-Cement, in einer Presseerklärung. Der Betriebsratsvorsitzende des Werks Ahlen befindet sich zur Zeit in Urlaub, soll aber über alle Pläne im Bilde sein.
 
ImageDas einstige Familienunternehmen Bosenberg feierte im August 2003 sein 75jähriges Bestehen. Zum 1.September wurde es in die Heidelberg-Cement AG integriert. Der einst 80 Mitarbeiter starke Betrieb stellte zuletzt mit den verbliebenen 16 Beschäftigten pro Jahr 225.000 Tonnen Zement her. 
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