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Windkraft: Vorhelmer Bürger in Sorge

Geschrieben von Heiner Klostermann

Die anstehende Änderung des Flächennutzungsplans würde mehr als 200 Meter hohe Windkraft-Großanlagen in der Bauerschaft Schäringer Feld bei Vorhelm möglich machen. Das versetzt viele Dorfbewohner in Sorge, wie am Dienstagabend bei einer Versammlung deutlich wurde.

Referent Hubert Niesing fand kritische Worte zu den Windkraft-Plänen. Foto: Christian FeischenUm den Bau möglicher Windkraft-Großanlagen bei Vorhelm ging es bei einem Treffen von Bewohnern des Wibbeltdorfs am Dienstagabend im Hotel Witte. Anlass dazu sei die Berichterstattung über die hitzige Debatte im Ortsausschuss angesichts der anstehenden Ratsabstimmung über die Änderung des Flächennutzungsplans, erklärte Professor Dr. Walter Gödden als Anwohner und Mitinitiator der Zusammenkunft in seiner Begrüßung der besorgten Vorhelmer.

„Jede Menge Fragen“, so Gödden, hätten nämlich die Bürger, die sich von den Politikern nicht frühzeitig genug informiert fühlten: „Wo bleibt da die Transparenz?“ Außerdem solle es bereits Gespräche mit Investoren für Windkraftanlagen im Schäringer Feld gegeben haben, hieß es gerüchteweise, wie mehrere Teilnehmer der Diskussionsrunde sagten.

Das konnten weder der Ortsausschussvorsitzende Hubertus Beier noch Planungsausschussmitglied Erhard Richard oder FWG-Ratsherr Heinrich Artmann bestätigen: „Es gibt keinen Bauantrag von Windkraft-Investoren für das Schäringer Feld“, stellte Artmann klar.

Dennoch bestünde nach Zustimmung des Rates zum Flächennutzungsplan die Möglichkeit, drei Windkraftanlagen von beachtlicher Höhe zu errichten, führte Referent Hubert Niesing aus: „Über 200 Meter hohe ,Windmonster‘ würden in ihrer bedrängenden Wirkung mit Schall und Schattenwurf den Ahlener Himmel dominieren.“ Daneben leiste Ahlen mit den schon jetzt 17 bestehenden Windanlagen einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende und liege damit über dem Durchschnitt anderer Gemeinden des Münsterlandes.

Erhard Richard (CDU) versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Foto: Christian FeischenIn der teils emotional geführten Debatte wurde die Sorge um mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen, Minderung der Wohnqualität oder den Wert erworbener Immobilien formuliert. Und viel Unverständnis über die zahlreichen – im Vergleich mit anderen Bundesländern unterschiedlichen – gesetzlichen Regelungen, etwa über den Abstand von Windanlagen zu Wohngebieten und Naturschutzbestimmungen. Dabei tauchte immer wieder eine Frage auf: „Was können wir tun?“ Sogar von Anwohnern, die grundsätzlich Windenergie befürworten.

Der Abstand eines Windrades von weniger als 1000 Metern zur Wohnbebauung, dazu noch dreimal so hoch wie der Turm der St.-Pankratius-Kirche, wie es nach dem Flächennutzungsplan möglich wäre, lässt offensichtlich so manchen Bürger am Sinn der Zielvorstellungen, wie sie auf Landesebene formuliert wurden, zweifeln.

 

Erhard Richard (CDU) versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Foto: Christian Feischen

Hier machten Erhard Richard und Heinrich Artmann zum einen deutlich, dass Information und Beteiligung der Öffentlichkeit an der Änderung des Flächennutzungsplans von 2010 bereits im Sommer vorigen Jahres eingeleitet wurden. Von „fehlender Transparenz“ könne also keine Rede sein. Zum anderen führten die Kommunalpolitiker den Diskussionsteilnehmern vor Augen, dass der Flächennutzungsplan eine allgemeine Vorlage sei, welche der Rat der Stadt jedoch nur noch ablehnen oder annehmen könne. Eine „Verhinderungspolitik“ wie in Beckum lehnte Richard indes ab: Über die im Plan ausgewiesenen Flächen für Windanlagen werde schließlich erst später einzeln anhand von Bebauungsplänen diskutiert. Ein „Dilemma“ aus lokalpolitischer Sicht machte Hubertus Beier aus: Die rot-grüne Landesregierung habe durch gesetzliche Vorgaben „immer mehr ermöglicht“, so etwa in Bezug auf das „Repowering“, den modernisierenden Ausbau von Windkraftanlagen, beklagte er. Auf kommunaler Ebene bestehe somit nur wenig Entscheidungsspielraum, wurde deutlich.


Es gibt keinen Bauantrag von Windkraft-Investoren für das Schäringer Feld.

Heinrich Artmann


Was können die Vorhelmer nun konkret tun? Sich informieren und am Dienstag zur gemeinsamen Sitzung von Stadtplanungs- und Bauausschuss mit den Ortsausschüssen in den Ratssaal kommen, riet Erhard Richard – und lud spontan engagierte Anwohnervertreter zum Gespräch mit der CDU-Fraktion im Vorfeld der Sitzungen ein.

Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Feischen

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