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Kastanienallee wohl nicht mehr zu retten

Geschrieben von Heiner Klostermann

An dieser Kastanie ist der Befall deutlich zu sehen, zeigen Heinz-Jürgen Müller, Graf Wilderich von Schall-Riaucour und Michael Reinicke. Foto: Ralf SteinhorstDie Kastanienallee, die am Haus Vorhelm vom Sundern bis zur Wassermühle führt, ist in ihrem Bestand bedroht. 35 Bäume sind bereits von der Kastanienkrankheit „Pseudomonas syringae“ befallen – und wahrscheinlich werden es noch mehr.

Die Kastanienallee, die am Haus Vorhelm vom Sundern bis zur Wassermühle führt, ist in ihrem Bestand bedroht. Einige der Bäume sind von einer neuartigen Kastanienkrankheit befallen.

Am Freitagmorgen beriet sich Graf Wilderich von Schall-Riaucour mit Heinz-Jürgen Müller und Michael Reinicke vom Amt für Planung und Naturschutz im Kreis Warendorf über die weitere Vorgehensweise, die aber ernüchternd ausfiel: Die Kastanienallee ist wohl kaum zu retten.

150 Kastanien zählt die Allee, 35 von ihnen sind bereits von der Kastanienkrankheit „Pseudomonas syringae“ befallen. Seit 2006 tritt die Krankheit in Nordrhein-Westfalen auf und die Symptome sind am Stamm gut erkennbar: einzelne blutende Stellen am Hauptstamm und nässende Ausflüsse am Stamm, teilweise mit Bakterienschleim. Auch treten Stamm- und Astrisse bis zu mehreren Metern auf. Mit zunehmender Fortdauer stirbt die Rinde und platzt ab, Pilzbefall und Fäulnisbildung kommen dann deutlich zum Vorschein. Die Nährstoffversorgung des Baums ist so gestört, dass dieser abstirbt.

Auch im Bereich der Baumkrone zeigen sich die Spuren: Einzelne Astpartien welken, sterben später ab und trocknen ein. Mit Pflanzenschutzmitteln kann diese Bakteriose nicht bekämpft werden. Im Kreis Warendorf trat dieser bakterielle Erreger bisher nur selten auf.

Nun sollen die 35 sichtbar befallenen Kastanien gefällt werden, sie sind nicht mehr zu retten. „Wir befürchten aber, dass es noch mehr werden, dass in den nächsten fünf Jahren alle erkrankt sein werden“, sieht Heinz-Jürgen Müller skeptisch in die Zukunft. Die Übertragung der Krankheit erfolgt auch über Kontakt der Äste der benachbarten Bäume.

„Kastanien werden es sicher nicht, es soll uns ja nicht wieder treffen“, hat Graf Wilderich von Schall-Riaucour erste Vorstellungen, wie die 35 Bäume ersetzt werden sollen. Denn die würden sich möglicherweise neu anstecken. Er hat sich die Pflanzung von Eichen zum Ziel gesetzt. Da alle davon ausgehen, dass auch die restlichen Kastanien erkranken, wird so an Stelle der Kastanienallee in den nächsten drei bis fünf Jahren eine neue Eichenallee entstehen.

Geschrieben von Ralf Steinhorst, Ahlener Zeitung