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Bürgerradweg vor dem Aus?

Geschrieben von Christian Wolff

Keine Einigung bei Grundstücksverhandlungen zwischen Vorhelm und Tönnishäuschen in Sicht

Wenn heute Abend die Mitglieder der Initiative „Bürgerradweg Vorhelm“ tagen, werden sie keine guten Nachrichten zu hören bekommen: „So wie es aussieht, ist das Vorhaben – zumindest die Trasse zwischen Vorhelm und Tönnishäuschen – vom Tisch“, sagt Hubertus Beier, Vorsitzender der Initiative. Der Vorstand wurde bereits in einer eigenen Sitzung über diesen wenig erfreulichen Sachstand informiert.

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Ist der Bürgerradweg zwischen Tönnishäuschen und Vorhelm gestorben?

Der Bürgerradweg scheitert demnach an drei Grundstückseigentümern, die ihre Zustimmung zur Abgabe eines Streifens Land an besondere Forderungen knüpfen. Und diese seien „derart überhöht“, so Beier, dass der Verein die Kosten nicht aus eigenen Mitteln oder den zugesagten Landesmitteln schultern kann. „Wenn wir dem einen mehr, dem anderen weniger zugestehen, ist das nicht nur ungerecht, sondern hat mit der Intention eines Radwegs von Bürgern für Bürger nicht mehr viel zu tun“, macht der Vorsitzende klar.

 

Alle anderen betroffenen Anlieger stehen dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, haben die Verhandlungen gezeigt. Wenn es nach ihnen ginge, hätte der Bau längst beginnen können. Auch die Finanzierung schien bislang gesichert, denn 65 000 Euro der 90 000 Euro Gesamtkosten würde das Land übernehmen, eine weitere Unterstützung käme von Stadt Ahlen und Kreis Warendorf. So weit, so gut. Doch drei Verhandlungspartner machen den Radwegefreunden einen Strich durch die eigentlich so einfache Rechnung: Einer möchte gut einen Euro pro Quadratmeter mehr bekommen, zwei wollen gar nicht verkaufen, höchstens verpachten. Genau das aber sieht der „Innovative Radwegebau“ laut Landesbetrieb Straßen NRW nicht vor. Es dürfe keine „Extrawürste“ für einige wenige geben. Wenn, dann müssten alle Beteiligten gleichbehandelt werden und so an einem Strang ziehen.

„Es ist schon sehr enttäuschend für uns, weil wir sehr viel Zeit und Engagement in das Projekt gesteckt haben“, sagt Beier und weist noch einmal auf die für Kinder und Jugendliche gefährliche Strecke hin. „Wir haben eine Riesenchance vertan, wenn das jetzt nicht hinhaut.“ Außerdem würden die beträchtlichen Zuschüsse verfallen und in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen, weiß der Vorsitzende. „Jetzt war die beste Zeit für einen Bürgerradweg. Ich glaube nicht, dass in wirtschaftlich schlechter werdenden Zeiten noch mal so viel Geld bereitgestellt wird.“

Mit diesen Informationen wollen Beier und seine Mitstreiter aus dem Vorstand heute Abend um 19.30 Uhr im Hotel Witte vor die Mitglieder treten. Auch Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, der den Bürgerradweg-Plan seit der Gründung des Vereins im Januar dieses Jahres begleitete, hat sein Kommen zugesagt.

Ein kleines Fünkchen Hoffnung haben die Beteiligten noch, was den Plan einer zweiten Radwegetrasse zwischen Vorhelm-Dorf und dem Ortsteil Bahnhof angeht. Allerdings: Grundstücksverhandlungen hat es für diesen Bereich noch keine gegeben . . .