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Kerzen für die Opfer der Pariser Terroranschläge

Geschrieben von Heiner Klostermann

Auch in diesem Jahr spielte das Wetter zum Volkstrauertag nicht mit. Wind und Regen passten zwar zum Anlass, doch infolge dessen mussten die Organisatoren am Sonntagmorgen etwas umdisponieren.

Kranzniederlegung am Ehrenmal durch Alfons Deitert und Friedrich EilertSo fand nur die Kranzniederlegung zum Gedenken an die Toten beider Weltkriege sowie von weltweiter Gewaltherrschaften am Kriegerehrenmal auf dem Dorfplatz statt. Die weiteren Programmpunkte der Feier spielten sich in der St.-Pankratius-Kirche ab.

Vor dem Gedenken zum Volkstrauertag zelebrierte Pastor Michael Kroes erstmals diesen Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt er das Thema Sterben stellte. Denn gerade der Monat November führe den Menschen vor Augen, dass das Leben begrenzt ist, sagte er und hinterfragte die Bedeutung des Begriffs „das Zeitliche segnen“. Dabei stellte er fest, dass es darum gehe, sein eigenes Leben abzuschließen und gleichzeitig das Leben der Weiterlebenden zu bejahen. Das mache es gerade für Sterbebegleiter kostbar, weil es dann zu viel Nähe und Ehrlichkeit kommen kann.

Das Blasorchester des Musikvereins Vorhelm spielte im Gottesdienst die Deutsche Singmesse von Franz Schubert.

Diesjähriger Redner der anschließenden Gedenkstunde zum Volkstrauertag war Martin Schneider, der alle Gäste im Namen des Heimatvereins Vorhelm begrüßte. Martin Schneider zeichnete zunächst die Entwicklung des Volkstrauertags nach, der 1920 zum Gedenken der gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs eingerichtet wurde. „Verstehen kann man die schrecklichen Ereignisse eines Krieges nicht. Sie sollen mahnen und eine Gesellschaft gerecht gestalten“, forderte er. Ein Großteil der heutigen Deutschen habe nicht in Zeiten des Naziterrors, in der dieser Volkstrauertag als Heldengedenktag missbraucht wurde, leben müssen. „Dafür kann man dankbar sein.“

Martin Schneider hielt die Rede zum VolkstrauertagAb 1950 erfolgte eine neue Besinnung in der Erinnerung an die Kriegszeiten: Die Opfer sollten nun auch eine Mahnung daran sein, dass sich so etwas nicht mehr wiederholen darf. Hier nannte er besonders die Soldaten, Bombenopfer, KZ-Häftlinge, Flüchtlinge und auch aus aktuellem Anlass die Opfer der Anschlagsserie in Paris vom Freitagabend. Ziel müsse die Aussöhnung sein, wie sie sich zwischen Deutschland und Polen entwickelte.

Der Ringparabel „Nathan der Weise“ von Gotthold Ibrahim Lessing folgend, mahnte Martin Schneider, dass der pure Besitz einer Weltanschauung zu Hochmut, Intoleranz und auch Kriegen führe. Daher gelte es auch, die Einsicht zu pflegen, dass andere Auffassungen oder Religionen gleichberechtigt sind, wenn Normen wie Menschenrechte eingehalten werden: „Zu Frieden gibt es keine Alternative, nirgendwo auf der Welt.“


Zu Frieden gibt es keine Alternative, nirgendwo auf der Welt.

Martin Schneider


Bevor Friedrich Eilert und Alfons Deitert vom Schützenverein Vorhelm vor dem Ehrenmal einen Kranz niederlegten, entzündeten sie in der Pfarrkirche zwei Kerzen zum Gedanken an die Anschläge in Paris und stellten diese vor dem Altar ab.

Ahlener Zeitung, Bericht und Fotos: Ralf Steinhorst

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