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Kirmes lässt "Goldene 20er" auferstehen

Geschrieben von Christian Wolff
„Unser Dorf“:  Jahrmarkt im September

Leierkastenmann, Brezelverkäufer, Holzkarussell, bemalte Bretterbuden und Kuriositätenkabinett sowie ein Platzkonzert. Dazu der Duft von süßen Leckereien.

Foto: Christian Wolff
Das Original-Karussell aus dem Jahr 1929 von Susanne und Alex Fredebeul
Das waren noch noch Zeiten auf dem Rummelplatz.  Längst passé? Nicht in Tönnishäuschen. Dort stellt ein engangierter Planungsstab derzeit eine Kirmes im Stil der „Goldenen 20er“ auf die Beine – ganz ohne Autoscooter, Computerspiele und Musik vom Band.


Der Verein „Tönnishäuschen – Unser Dorf“ wurde zwar erst im Jahr 2005 gegründet, doch was er seither schon umgesetzt hat, kann sich sehen lassen – von erneuerten Grünanlagen, zusätzlichen Parkflächen bis zur stimmungsvollen Beleuchtung der St.-Antonius-Kapelle. Damit nicht genug: Unter dem Motto „Tönnis aus dem Häuschen“ werden regelmäßig Feste und kulturelle Aktionen angeboten, die das Dorf und das Leben verschönern sollen. Dabei haben die Aktiven  um Thomas Rieping und „Mötte“ Gerullis mehrfach planerisches Geschick bewiesen. Ob „Hofkultour-Fest“, „Almauftrieb“ oder „Kuhbingo“: Alle Veranstaltungen waren Publikumsmagneten und rundum gelungen.

Schon vor einiger Zeit entwickelte sich die Idee, eine historische Kirmes aufzuziehen. Doch erst als klar war, dass die traditionelle Vorhelmer Kirmes „gestorben“ ist, wagten sich die Tönnishäuschener an ihr eigenes Rummel-Bummel-Projekt unter dem Titel „Tönnisjahrmarkt“. Am 5. und 6. September dieses Jahres soll dieser in die Kapellengemeinde locken. Josef Remmert, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände (IG VVV), kündigte den besonderen Jahrmarkt vor wenigen Tagen bei der Gründungsversammlung eines Bürgerradweg-Vereins an. „Es ist unglaublich, was in diesem kleinen Ort bewerkstelligt wird“, sagte er. Rund 30 Interessierte kamen zum ersten Planungstreffen. Der Heimatverein Vorhelm hat inzwischen ebenfalls Unterstützung zugesagt, genauso Gerd Barschket mit seinen Oldtimerfreunden.


"Es ist unglaublich, was in diesem kleinen Ort bewerkstelligt wird."
Josef Remmert

Foto: Christian Wolff
Rund um den Landgasthof findet die Kirmes statt
Den Blickfang der Kirmes liefern aber Susanne und Alex Fredebeul. Die Ahlener setzen sich intensiv mit den goldgeschmückten, bunten Karussells aus längst vergangenen Zeiten auseinander (die „AZ“ berichtete). Moderne Fahrgeschäfte lassen für das alte, stille Karussell schließlich kaum noch  Platz, haben sie festgestellt. „Wir möchten ein Stück Kulturgeschichte für kommende Generationen bewahren und dazu betragen, dass Kinder auch in Zukunft noch auf einem echten Holzpferdchen reiten können“, sagt Susanne Fredebeul. „In Tönnishäuschen sind wir mit unserem historischen Kinderkarussell dabei.“

Es wurde im Jahr 1929 in der noch heute bekannten  Karussellfabrik Friedrich Heyn in Neustadt an der Orla / Thüringen gebaut. Mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand haben es die beiden Karussellfreunde restauriert und betreiben es nun wieder. „Aufgebaut wird es allerdings nur zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel Museumsveranstaltungen, historischen Jahrmärkten, Landesgartenschauen oder Weihnachtsmärkten.“

Vor dem Landgasthof soll das Karussell im September seine Runden drehen und hoffentlich vielen Steppkes ein Leuchten in die Augen zaubern. Auch der urige Innenhof der Alten Schänke soll ins Geschehen eingebunden werden. Es ist also einiges zu erwarten. Bis dahin werden die Helfer des Vereins „Unser Dorf“ sicher noch einige Male zusammenkommen. 

 www.toennishaeuschen.de
 

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

 

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