Er ist ein echter Vorhelmer

Geschrieben von Christian Wolff
Pastor Hermann Honermann wird 70 Jahre alt / Dankgottesdienst

Er liebt es schlicht und einfach. Da macht Pastor Hermann Honermann auch an seinem 70. Geburtstag keine Ausnahme.

Foto: Christian Wolff
Pastor Hermann Honermann
Nach einem Dankgottesdienst, den er um 17.30 Uhr für seine Gemeinde hält, lädt er zum kleinen Empfang ins Pfarrheim St. Pankratius ein. Unkompliziert wünscht sich der Geistliche diese Feier. „Ich möchte dem Herrgott einfach Danke sagen.“ Jeder, der kommt, sei ihm Geschenk genug.

 


Am 21. Oktober 1979 trat Honermann die Nachfolge von Pfarrer Fritz Völker an. Zuvor musste das Hellbachdorf sechs Wochen ohne einen „Hirten“ auskommen. Welche Erinnerungen hat Honermann an den ersten Besuch in Vorhelm? „Das war Liebe auf den ersten Blick“, sagt er, ohne groß zu überlegen.   „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Und da ich ein großer Freund des Plattdeutschen bin, bin ich besonders stolz, dass ich ins Heimatdorf von Augustin Wibbelt kommen durfte.“

 

 


In den nahezu 30 Jahren seines Wirkens in St. Pankratius hat Pastor Honermann auf vielen Ebenen Spuren hinterlassen, ist mittlerweile so fest mit der Gemeinde verbunden, dass viele Menschen glauben, er habe nie woanders gewirkt. „Es ist für mich das schönste Kompliment, wenn mir jemand sagt ,Du bist ein Vorhelmer‘.“

 

Foto: Christian Wolff
Im Garten vor seinem Pfarrheim fühlt er sich wohl
Dabei beginnt die Lebensgeschichte des heutigen Pfarrers am 11. August 1938 in Rheine. Seine Kindheit verbrachte er bis zum Besuch der Volksschule in Holland.  Ebenso wie sein Vorgänger Fritz Völker erlernte Honermann zunächst einen Beruf, bevor er sich zum Priesterdasein entschied. Drei Jahre lang ließ der junge Mann sich zum Vermessungstechniker ausbilden. In Bonn legte er 1959 die Reifeprüfung ab und begann in Hennef / Sieg  ein philosophisch-theologisches Studium bei den Redemptoristen. Knapp drei Jahre später wurde er 1966 zum Priester geweiht.

Die große Freude am Erlernen von Sprachen und Dialekten wurde weiter gefördert, als Hermann Honermann seinen dreijährigen Auslandsaufenthalt in Rom antrat. Bis 1970 half er in verschiedenen Kirchengemeinden als Vertretung aus. Zuletzt in der Heimatgemeinde St. Konrad in Rheine. Im Jahr 1975 übernahm er die geistliche Führung der St.-Christophorus-Gemeinde in Werne an der Lippe. Dann kam Vorhelm.

 


"Ich bin ein Optimist, weil ich oft die Hilfe Gottes spüre." Pastor Hermann Honermann


 

Hier fühlt er sich wohl, das Pfarrheim nennt er sein „Schloss“. Auch Rückschläge und traurige Ereignisse hat er hier erlebt. Aber: „Ich bin ein Optimist, weil ich oft die Hilfe Gottes spüre“, macht er deutlich. In Vorhelm  entdeckte Pastor Honermann neben der Seelsorge seine Freude am Erforschen der Vergangenheit. Ahnenforscher, die immer wieder das Pfarrarchiv aufsuchten, weckten sein Interesse daran, Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen.

 

Foto: Privatarchiv
Hermann Honermann als Junge im 2.Weltkrieg
Die Ergebnisse sind verblüffend. Dem Pfarrer ist es schließlich zu verdanken, dass die Vorhelmer inzwischen wissen, dass ihr Dorf viel älter ist als ursprünglich vermutet. Eine Urkunde ließ den Schluss zu, dass der Ort, der heute Vorhelm heißt, schon vor 800 Jahren existierte. Bis man ihm glaubte, gingen weitere Jahre ins Land, so dass die Wibbeltgemeinde im Jahr 2004 unter Honermanns Federführung ganz einfach „800 Jahre und mehr“ feierte.

 

Weitere Forschungsergebnisse hielt Honermann in Büchern fest, unter anderem zur Historie der Pfarrkirche und zur Geschichte des heutigen Ortsteils Tönnishäuschen.
So steht es außer Frage, dass die Vorhelmer ihren Geistlichen möglichst noch lange behalten möchten. Pastor Hermann Honermann freut dies sehr und sagt heute: „Ich möchte schon noch 100 Jahre alt werden, aber nicht so lange arbeiten . . .“

 

 

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 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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