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Kastanienallee muss fallen

Geschrieben von Heiner Klostermann

Was der Bürgermeister-Corneli-Ring schon hinter sich hat, steht der Allee zwischen Schloss Vorhelm und dem Sundern noch bevor: Die Kastanien sind krank, müssen gefällt werden. Als Ersatz werden Eichen gepflanzt, so Philipp Graf von Schall-Riaucour.

Der rote Haken zeigt‘s: Die Allee zwischen dem Vorhelmer Schloss und dem Sundern stellt langfristig eine Gefahr dar. Philipp Graf von Schall-Riaucour (l.) und Verwaltungsleiter Andreas Eschweiler bereiten derzeit die Fällaktion vor. Eichen sollen später die kranken Kastanien ersetzen. Foto: Christian WolffBraun statt Grün: Schon im Juni habe es manchmal ausgesehen wie sonst erst im Oktober. Mehr, sagt Philipp Graf von Schall-Riaucour, sei ihm zunächst nicht aufgefallen. Inzwischen steht jedoch fest: Die gesamte Kastanienallee zwischen Haus Vorhelm und dem sogenannten Grafenwald ist durch Käfer- und Pilzbefall so stark geschwächt, dass auch das Kreisumweltamt nun grünes Licht gegeben hat, dass die Bäume gefällt werden. Rund 80 Exemplare sind betroffen.

Das Bakterium Pseudomonas, das Fachleute als Ursache für das Baumsterben ausmachen, hat schon an vielen Stellen im Stadtgebiet die Säge gefordert – jetzt auch im Hellbachdorf. Dort wurde das Problem, das anderswo schon vor zehn Jahren auftrat, erst vor vier bis fünf Jahren akut.

„Wenn erst einmal die Nährstoffversorgung eines Baumes in Mitleidenschaft gezogen ist, kann man nur noch wenig tun“, weiß der Graf. „Das ist natürlich eine beklagenswerte Situation, gerade weil die Allee vor dem Schloss ein wunderschönes Bild abgibt“, sagt er. Mit dem vorübergehend kahlen Bild, das vor der markanten Schlossbrücke und den historischen Mühlengebäude entsteht, kann auch er sich nur schwer anfreunden.

Da die bisherige Baumreihe als schützenswertes Landschaftselement gilt, ist ein Abholzen eigentlich verboten. Gibt es aber durch eine schwere Schädigung keine andere Möglichkeit mehr, sie zu erhalten, ist der Eigentümer nach der Entfernung zur Neuanpflanzung verpflichtet. „Dem kommen wir sehr gerne nach“, betont Philipp Graf von Schall-Riaucour. Aufgrund der noch immer unklaren Zukunft der Rosskastanie habe sich Haus Vorhelm dazu entschlossen, an ihre Stelle Eichen zu setzen. „Das ist ein einheimischer Baum, außerdem recht resistent.“ Ob irgendwann einmal ein Mittel auf den Markt kommt, das Kastanienbäume vor der Infizierung schützt, steht derweil noch in den Sternen.

„Hier sind täglich viele Spaziergänger unterwegs, deswegen muss die Verkehrssicherheit einfach gewährleistet sein“, ergänzt Verwaltungsleiter Andreas Eschweiler. „Besonders kranke Exemplare haben wir schon mit einem roten Symbol gekennzeichnet.“ In den kommenden drei Wochen werden sie umgelegt. Die Fällung erfolge in zwei Etappen, so Eschweiler, die Neuanpflanzung dann in einem Zug, „damit es später wieder eine schöne Allee mit einheitlichen Baumgrößen wird“.

Am Droste-zu-Vischering-Weg wird es in Kürze teilweise kahl aussehen. Foto: Christian Wolff

Gepflanzt wurde die Kastanienallee erst vor rund 30 Jahren, damals ebenfalls als Ersatzmaßnahme, wie sich Philipp Graf von Schall-Riaucour erinnert. Die deutlich ältere Lindenallee von der Hauptstraße über den Droste-zu-Vischering-Weg bis zur Gabelung bleibt übrigens unangetastet.


Das ist natürlich eine beklagenswerte Situation, gerade weil die Allee vor dem Schloss ein wunderschönes Bild abgibt.

Philipp Graf von Schall-Riaucour


az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff