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Breite Mehrheit für Biogasanlage steht

Geschrieben von Christian Wolff

Im Ortsausschuss Vorhelm: FWG weiter dagegen

Der versöhnliche Vorschlag des Vorsitzenden Hubertus Beier, in der kommenden Woche gemeinsam Schützenfest zu feiern, wird die kritischen Anwohner aus dem Ortsteil Vorhelm-Bahnhof wohl kaum besänftigt haben. Wenige Minuten zuvor erlebten die 20 anwesenden Zuhörer, wie der Ortsausschuss das Biogas-Vorhaben auf dem Bosenberg mit breiter Mehrheit auf den Weg brachte.

Eine so dicke Verwaltungsvorlage wurde noch nie unterzeichnetNur die Vertreter der Freien Wählergemeinschaft (FWG) stimmten am Donnerstag weiter dagegen. Damit scheint ein Ende der Dauer-Diskussion um die Nachnutzung des stillgelegten Zementwerks zumindest in Sichtweite.

Im Vorfeld der Abstimmungen über Bebauungsplan und Flächennutzungsplanänderung skizzierte Beier in knappen Worten die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre, bei denen das Verfahren zweimal gekippt wurde – zuletzt wegen fehlerhafter Gutachten.

Hart ins Gericht ging Beier dabei mit Äußerungen verschiedener Seiten, nicht allein der Bürgerinitiative. So sei in einem Leserbrief ein Panik-Szenario angesichts nur einer Rettungszufahrt für den Bosenberg mit der Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten verglichen worden. „Da hört jede Vernunft auf, das ist an den Haaren herbeigezogen“, hielt Beier fest. „Ich habe erst vor kurzem bei der Kriminalpolizei gesessen, weil die Ermittlungen wegen der Bestechungsvorwürfe noch nicht abgeschlossen sind.“ Trotz der Übereinkunft, Sachlichkeit walten zu lassen, habe es auch im dritten Biogas-Anlauf persönliche Anfeindungen gegeben, die Beier nicht nachvollziehen kann.

Die Bürger verfolgten interessiert das Top Thema der SitzungCornelia Beck (FWG) hatte im Vorfeld der Sitzung beantragt, den Zuhörern Rederecht einzuräumen. Dies wurde nach Abstimmung versagt. Ihr Mitstreiter Bernd Avermiddig hielt abschließend fest: „Wenn wir es zulassen, solche Anlagen zu bauen, sollten sie effektiv sein. Das ist hier nicht der Fall.“ Als Positivbeispiel nannte Avermiddig eine Biogasanlage, die in Sommersell (Enniger) entsteht. „Dort ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, da gibt es kurze Wege und eine sinnvolle Wärmenutzung.




"Herr Artmann, Sie können ruhig lachen, aber Sie sind hier in Vorhelm und nicht in Dolberg."

Hubertus Beier



Stadtplaner Mattias Bartmann und dessen Kollegin Dorothea Sachs trugen zusammenfassend vor, was die Bürgerbeteiligung ergeben hat: „Es ist nichts vorgebracht worden, was dagegen spricht. Die vorgesehene Nutzung ist aus Sicht der Verwaltung tragfähig, das Vorhaben der Investoren legitim.“ Einige Zwischenrufe und Kopfschütteln konnte sich FWG-Chef Heinrich Artmann jedoch nicht verkneifen. „Herr Artmann, Sie können ruhig lachen, aber Sie sind hier in Vorhelm und nicht in Dolberg“, kommentierte der Vorsitzende die Signale von der Zuhörerbank.
Jetzt wird das Thema im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss, abschließend am Dienstag, 14. Juni, im Rat diskutiert. Gibt danach die Bezirksregierung „grünes Licht“, wird die Baugenehmigung für die Biogasanlage erteilt.



Christian Wolff schreibt für Ahlen Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung.