Ahlen-Vorhelm Web Portal

Ahlen-Vorhelm

Alte Ladestr.26 ,
59227 Ahlen-Vorhelm

Stadt Ahlen 02382-590
info@ahlen-vorhelm.de

Polizist erschießt Geliebte und sich selbst

Geschrieben von Christian Wolff

Brutales Ende einer Beziehung / Passantin entdeckte Leichen auf Feldweg / Obduktion läuft

Mehrere Schüsse habe er gehört. Das müsse so gegen 7.30 Uhr gewesen sein. Der Anwohner der Dorffelder Straße, der sich gestern gegenüber der Ahlener Zeitung äußerte, ahnte am Morgen nicht, dass wahrscheinlich genau zu diesem Zeitpunkt nur wenige hundert Meter von seinem Haus entfernt zwei Menschen starben.

Foto: Christian Wolff
Zwei Polizeibeamte sichern den Ort des Geschehens in einem Waldweg

Auf einem Feldweg endete die Beziehung eines 49-jährigen Polizeioberkommissars der Kriminalpolizei Warendorf und seiner 45-jährigen Geliebten auf tragische Weise. Der Mann schoss zunächst mehrfach auf die Frau und richtete dann sich selbst.

Gegen 8.30 Uhr machte eine Passantin, die auf dem unbefestigten Trampelpfad zwischen Strontianitstraße und Bergeickel unterwegs war, die grausame Entdeckung. Nahe eines großen Baumes fand sie das eng übereinander liegende Paar inmitten einer großen Blutlache vor. Umgehend verständigte sie den Rettungsdienst der Freiwilligen Feuerwehr. Die Kräfte waren binnen weniger Minuten vor Ort, stellten jedoch sofort fest, dass den beiden Personen nicht mehr zu helfen ist. Somit übergab die Feuerwehr den Fundort an die Polizei, die inzwischen mit einem Großaufgebot angerückt war, um die Spurensicherung aufzunehmen und die Identität der Toten zu klären. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, gab Susanne Dirkorte-Kukuk, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Warendorf, kurz darauf bekannt.

Das Gebiet, das im früheren Bereich des Strontianitabbaus liegt, wurde weiträumig abgesperrt, da es gerade vormittags ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Radfahrer ist. Landrat Dr. Olaf Gericke machte sich in seiner Funktion als Chef der Kreispolizeibehörde Warendorf bereits in den Morgenstunden, unmittelbar nach Eintreffen der ersten Kräfte, ein Bild von der Fundstelle.

Er zeigte sich tief betroffen. Eine beim Polizeipräsidium Münster eingerichtete Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux fand unter dem Toten die Schusswaffe, was dafür spreche, dass der Mann selbst abgedrückt hat. „Im Moment gehen wir jedenfalls davon aus“, sagte Bux.

Die Identität der Leichen bestätigte am frühen Nachmittag Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer. „Wir gehen von einer Beziehungstat aus. Zumindest deuten alle unsere jetzigen Informationen in diese Richtung“, sagte er auf Anfrage. „Der Polizist und die Frau hatten eine Liaison miteinander. Die Schusswaffe war auch seine Dienstwaffe.“ Im Moment lägen keine Anhaltspunkte für die Beteiligung einer dritten Person vor. Warum es zu diesem grausamen Ende gekommen ist, gelte es zu klären. Die Frage, ob die Frau – sie arbeitete als Erzieherin in einem Kindergarten – freiwillig mit in den Tod gegangen ist, sei ebenso offen, so Schweer.

Die Nachricht vom Fund der beiden Toten verbreitete sich in Vorhelm wie ein Lauffeuer, schließlich waren die Opfer keine Unbekannten. Besonders tragisch: Sowohl der Polizist als auch seine Partnerin hinterlassen Familien mit Kindern. Der Leichnam des 49-Jährigen wurde noch gestern Nachmittag in Münster obduziert, die 45-jährige Frau soll heute Vormittag untersucht werden. Dadurch sollen letzte Zweifel am Tathergang ausgeräumt werden. Erst danach will die Staatsanwaltschaft ihre weiteren Erkenntnisse bekanntgeben.

  Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff