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Mit Sonnenkraft um die Welt

Geschrieben von Christian Wolff
Der Erfinder des „Solartaxis“ machte in Tönnishäuschen Station

Es scheint so, als bringe Louis Palmer die Sonne mit. Als der Klimaexperte aus der Schweiz am Samstagmittag in Tönnishäuschen eintrifft, erwartet ihn ein Begrüßungskomitee in leuchtend gelben Hemden unter blauem Himmel.

Foto: Christian Wolff
Louis Palmers Solartaxi macht Station in Tönnishäuschen
Das Besondere: Palmer kommt nicht mit irgendeinem Fahrzeug, sondern mit seinem selbstkonstruierten „Solartaxi“. Dieser umweltfreundliche Prototyp hat ihn bereits einmal um den Erdball geführt.


Warum der Schweizer nun Ahlens kleinsten Ortsteil ansteuert? „Ganz einfach: Wir sind die Nummer eins“, sagt Martin Stapel. Der Fachmann für Solarenergie ist stolz darauf, dass sein Heimatdorf in der „Solarbundesliga NRW“ den ersten Platz unter den Ortsteilen belegt hat, da hier landesweit die meisten Solaranlagen gemessen an der Einwohnerzahl zu finden sind. Und daran ist Stapel nicht gerade unbeteiligt, denn der Sanitär- und Heizungsfachbetrieb, den er gemeinsam mit seinem Bruder Andreas führt, hat bereits 1996 begonnen, die Kraft der Sonne zu nutzen. Zum dritten Mal nimmt er jetzt an der bundesweiten „Woche der Sonne“ teil, die in den Vorjahren schon den Moderator und Journalisten Franz Alt nach Tönnishäuschen lockte.

Louis Palmer macht vor seinem Besuch noch einen Abstecher nach Ennigerloh, um Wolfgang Beck abzuholen. Dieser war der erste, der von Stapels Firma mit Sonnenkollektoren ausgestattet wurde. Per „Solartaxi“ gehts dann ins Kapellendorf. „Die Leute denken immer, wenn die Sonne nicht scheint, fährt mein Auto nicht“, klärt Palmer die wohl meistgestellte Frage, bevor sie ihm überhaupt gestellt wird. „Aber das stimmt nicht. Wenn es aufgeladen ist, fährt es bei Tempo 50 rund 200 Kilometer am Stück.“ Um einmal das Gefühl zu erleben, sich mit Sonnenkraft fortzubewegen, lädt er zur „Umrundung des Kreisverkehrs“ ein. Die gibt es natürlich nicht umsonst: Die Fahrten werden versteigert - zugunsten des Vereins „Umoja“, ein Zusammenschluss von Lehrern der Städtischen Realschule Ahlen. Dieser pflegt eine Partnerschaft zur Mwasama Pre and Primary School in Bagamoyo / Afrika. „Dort gibt es fast nur Wellblechhütten, aber viel Sonne“, sagt Hety Rehbaum, die an einem Stand informiert. „Mit dem Geld, das wir bekommen, sorgen wir unter anderem dafür, dass die Kinder dort die Möglichkeit bekommen, im Unterricht zu experimentieren“, erklärt ihr Kollege Bernd Schäpers, während Thomas „Mötte“ Gerullis die Versteigerung leitet. Und vielleicht werden dort ja bald auch Solaranlagen aus Tönnishäuschen installiert . . .

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung