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Engagierter "Macher" an vielen Stellen

Geschrieben von Israel Mossad

Vorhelm trauert um Fritz Scheffer

Foto: Christian Wolff
Fritz Scheffer bei einer Ehrung des Musikvereins 2006
Freunde bezeichneten ihn schlicht als „Macher“, der sein Wirken dabei nie in den Vordergrund schob.
Am Sonntag verlor Vorhelm mit Fritz Scheffer eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die zweifellos an vielen Stellen  Spuren hinterlassen hat. Er verstarb nach langer Krankheit im Alter von 89 Jahren. Die Eucharistiefeier fand am Freitag, 16. Januar 2009, um 14.30 Uhr in der St.-Pankratius-Kirche statt – anschließend wure Fritz Scheffer zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Vorhelmer Friedhof geleitet.

n allen wichtigen Verbänden und Gremien des Dorfes war Fritz Scheffer – oft an entscheidender Stelle – beteiligt. Im letzten Gemeinderat Vorhelms setzte er Akzente, unter anderem im Ausschuss für Jugend und Sport, ebenso bei zahllosen öffentlichen Veranstaltungen wie der Dreifaltigkeitskirmes, die er regelmäßig mit Strom versorgte. Seine Fachkenntnis auf diesem Gebiet brachte den geflügelten Ausspruch „Ohne Fritz läuft nichts“ hervor.


Schützen- und Musikverein sowie die Karnevalsgesellschaft „Klein-Köln“, in der er  1952  mit  Resi I. Thiemann das Prinzenpaar bildete, seien hier stellvertretend für die vielen Vereine genannt, für die er Zeit und Arbeit investierte. Nicht zu vergessen ist allerdings der Sportverein TuS Westfalia, der untrennbar mit seiner Person verbunden ist. Noch vor wenigen Jahren organisierte er Wanderungen.  Die Einführung des traditionellen Maigangs 1973 geht auf sein Konto. Nicht selten zählte die Veranstaltung mehrere Hundert Teilnehmer. Das Motto „Wandere mit Fitti und Du bleibst fit und gesund“, ist bis heute lebendig.   Über mehrere Jahrzehnte prägte er als zweiter Vorsitzender und  Fußballobmann das sportliche Geschehen am Hellbach. Für sein außerordentliches Engagement wurde  Scheffer im Jahr 2004 von TuS Westfalia zum Ehrenmitglied ernannt.


Ihm ist es ebenso zu verdanken, dass die damals noch selbstständige  Gemeinde einen zweiten Rasenplatz erhielt. Mit Fritz Scheffer an der Spitze fuhren Vertreter der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWV) einst nach Münster zum Regierungspräsidenten, um für ihr Anliegen zu werben – und ernteten Gelächter. Ein Platz sollte reichen. Doch das motivierte Fritz Scheffer noch mehr: Er setzte sich gemeinsam mit Hannes Truelsen und Heiner Brinkpeter dafür ein, Land beim Grafen anzupachten, um in Eigenarbeit eine zweite Spielfläche zu errichten und legte sogar die Leitungen für Flutlichtmasten – für ein Dorf in den 60er Jahren ein Novum. Kaum jemand weiß, dass der Verstorbene auch an der Installation der ersten durchgängigen Beleuchtung an der Hauptstraße entscheidenden Anteil hatte.

Die Kameradschaft kam nebenbei nie zu kurz.  Bis zuletzt bestand enge Verbundenheit mit der Meistermannschaft von 1968, die mit ihrem damaligen Aufstieg in die Bezirksklasse Hellweg einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte markierte. Nach dem Aufstieg in die Landesliga 1984 stiftete Scheffer dem Verein einen großen Pavillon, genannt „Fittis Hütte“.

Gerne erzählen die alten Kempen noch heute vom Jugendfußball in den 50er Jahren, als die „VW-Bullis“ von Fritz Scheffers Elektrogeschäft für jedes Auswärtsspiel genutzt werden mussten, da es  nicht ausreichend Fahrzeuge gab.


 Nachruf geschrieben von Christian Wolff