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Dokument belegt: Vorhelmer Wehr schon 1841 aktiv

Geschrieben von Christian Wolff

Einst eigenständiger Löschzug kam 1975 nach Ahlen / Lichtmastfahrzeug kreisweit im Einsatz / Derzeit 40 Aktive und regelmäßige Termine

Vorhelm. Jüngster Zug im heutigen Bunde der Freiwilligen Feuerwehr Ahlen ist der Vorhelmer. Der heutige nördlichste Stadtteil verfügte bis 1975 -dem Jahr der kommunalen Neuordnung - über eine eigenständige Wehr, mit einer bis dahin über 130-jährigen Geschichte.

Foto: Christian Wolff
Rund 40 Mann stark ist der Löschzug Vorhelm heute
Recherchen, die Kameraden zum Jubiläum 1992 im Kreisarchiv Warendorf vornahmen, spiegeln die wechselvolle Geschichte wider.


Die bislang bekannte erste urkundliche Erwähnung einer "Vorhelmer Feuerspritze" stammt aus dem Jahr 1841. Womöglich ist die Wehr also noch älter. Viele Jahre gingen Chronisten von einem späteren Gründungsjahr aus, welches dadurch überraschend widerlegt wurde.


Sicher ist: Seit 1932 existiert in Vorhelm ohne Unterbrechung eine Freiwillige Feuerwehr unter den Wehrführern Theo Brinkkötter (bis 1933), Kötting (bis 1940), Karl Pelmke (bis 1966), Heinrich Schräder (bis 1972) und Hugo Angsmann (bis 1975). Seit der Kommunalreform stehen als Zugführer an der Spitze: Hugo Angsmann (bis 1986), Heinrich Schlautmann vom Haarbach (bis 1993), Heinrich Schlautmann vom Dorffeld (bis 2001) und seit 2001 Hubertus Heimann.

 

 

 


Foto: Archiv Löschzug Vorhelm
1938: Der Löschzug vor seinem Spritzenhaus mit Fahrzeug
Auch das Einsatzgeschehen unterliegt dem Wandel der Zeit. Während sich die Einsatzzahl pro Jahr nicht wesentlich vermehrt oder verringert hat - sie liegt zwischen 40 und 50 -, gibt es heute andere Alarmierungsgründe. Noch vor 25 Jahren rückten die "Blauröcke" am häufigsten zu Brandeinsätzen aus. Technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle oder die Beseitigung von Ölspuren waren eher selten. Die Alarmierung erfolgte noch über eine Sirene auf dem Dach der Gastwirtschaft Pelmke. Nach und nach sind die Kameraden mit tragbaren Alarmempfängern ausgerüstet worden, so dass die
Alarmierung - wie überall - mehr "still" und vor allen Dingen sehr schnell erfolgt.

Folgende Einsatzfahrzeuge stehen dem Löschzug Vorhelm heute zur Verfügung: ein Mannschaftstransportwagen (MTW), ein Löschfahrzeug (LF) "16-TS", ein LF "16/12" (erstausrückendes Fahrzeug mit Löschwasservorrat von 1200 Liter), ein Tanklöschfahrzeug "16" mit 2500-Liter-Wassertank sowie ein Lichtmastfahrzeug (kurz "Lima" - dienstältester Wagen aus dem Jahr 1973) mit acht Scheinwerfern zu je 1500 Watt. Letzteres ist auf Kreisebene in Vorhelm stationiert und wird von den Nachbarwehren zum Ausleuchten von Übungs- und Einsatzstellen angefordert. Häufig unterstützt es die Polizei bei der Aufnahme von Spuren nach nächtlichen Unfällen. Bei der Fußball-WM 2006 spendete das "Lima" Licht und Strom auf den Verbandsplätzen sowie bei der Personenkontrolle auf den Stadion-Zufahrten.

 

Foto: Ewald Linnemann
1954: Umzug zur Fahnenweihe
In den frühen 80er Jahren hatte der Löschzug eine Stärke von 60 Mann. Die meisten von ihnen waren Landwirte, ortsansässige Arbeitnehmer oder Studenten. Nicht nur zum Bedauern der am Ort beschäftigten Einwohner, sondern auch der Wehr wurden in den vergangenen 20 Jahren immer mehr Vorhelmer Firmen geschlossen. "Viele Kameraden, die früher schnell erreichbar waren, arbeiten nun auswärts", erzählt der Zugführer. "Einige haben ihren Wohnsitz gewechselt und stehen gar nicht mehr zur Verfügung."

Aus diesen Gründen hat der Löschzug heute nur noch etwa 40 Aktive. Gerade tagsüber, wenn die meisten Vorhelmer auswärts ihren beruflichen Tätigkeiten nachkommen, wird der Löschzug - bei Einsätzen bis 17 Uhr - von den Kameraden aus Ahlen unterstützt, berichtet Hubertus Heimann.Jeder Feuerwehrangehörige weiß, wie sehr er auf den Rückhalt seiner Familie angewiesen ist. Aus diesem Grund lädt der Zug zu einem traditionellen Ausflug mit den "besseren Hälften" ein, der im zweijährigen Rhythmus stattfindet.

 

 

 

Foto: Archiv Keseberg
1973: Das neue Feuerwehrhaus an der Augustin-Wibbelt-Straße
Gleiches gilt für den Kameradschaftsabend an einem der letzten Novemberwochenenden. Neben den "normalen" Dienstabenden im 14-tägigen Rhythmus montags ab 19.30 Uhr, treffen sich die Maschinisten zur Vertiefung ihrer Kenntnisse im vierwöchentlichen Rhythmus an einem dienstfreien Montag. Der Nachwuchs ist in einer Jugendgruppe organisiert, die der Jugendfeuerwehr Ahlen angehört. Die jährliche Maibaumaufstellung läuft ebenfalls nicht ohne die Vorhelmer Brandschützer.


Als kleiner Ansporn für alle Aktiven erfolgt jährlich auf der Jahreshauptversammlung die Bekanntgabe des "Feuerwehrmanns des Jahres" und des "Feuerwehrmanns der Einsätze".



 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung