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Anwohner zweifeln an Gutachten

Geschrieben von Christian Wolff
Bosenberg: Eigene Berechnungen

Was unabhängige Gutachter errechnen, wird  selten angezweifelt. Kaum jemand macht sich die Mühe, einmal selbst den Taschenrechner in die Hand zu nehmen oder gar Messungen vorzunehmen. 

Foto: Christian Wolff
Zahlreiche Anwohner schauten sich die von Bernd Stürmer (hinter dem Projektor) ermittelten Daten an
Bernd Stürmer tat es. Der 53-jährige Anwohner des Ortsteils Bahnhof machte sich zusammen mit weiteren Anwohnern die Mühe, das zu prüfen, was in ihren Augen am Montag in einer Bürgerversammlung als falsche Tatsache verkauft wurde.


Bernd Stürmer versteht sein Handwerk: Der Diplom-Ingenieur ist beruflich als Kfz-Sachverständiger beim TÜV beschäftigt, hat häufig mit Präzisionsmessgeräten zu tun. Ein solches kam jüngst an der Alten Ladestraße zum Einsatz. „Wir haben den Verkehr an einem Werktag und an einem Samstag gemessen“, sagt er. Alle Aktivitäten seien außerdem mit der Videokamera festgehalten worden, um die Richtigkeit zu dokumentieren.  Messpunkt war die Ecke zur Haarbachstraße.

Die Ergebnisse präsentierte Stürmer gestern Abend seinen Nachbarn, die aus ihrer Verblüffung keinen Hehl machten. Denn: Offenbar wurde im offiziellen Gutachten die Grundbelastung, verursacht vornehmlich durch den Eisenbahnverkehr, nicht berücksichtigt. Diese Vermutung hegt jedenfalls Kristian Knipping, der Stürmer bei der Messung unterstützte. „Das Gutachten kommt auf einen Geräuschpegel von 37 dba, wenn  Biogasanlage plus Getreidelager den Betrieb aufnehmen. Aber wir kommen schon ohne die Anlage auf 50 dba. Da stimmt doch etwas nicht“, so Knipping. „Da wurde selbst das Vögelzwitschern ignoriert“, legt Stürmer nach.

Die auf einer Internetseite abrufbare Lärmkartierung der Bahnstrecken weise beispielsweise für das Haus der Familie Hillmer einen Durchschnittswert von 70 bis 75 dba durchschnittlich von morgens bis abends aus. „Normalerweise müsste man da Gehörschutz tragen“, sagt Bernd Stürmer bewusst provokant. „Wenn da jetzt noch dauerhaft Lkw-Fahrten hinzukommen . . .“ Im Übrigen seien auch die Angaben dazu im Gutachten irreführend, meinen die Bosenberg-Anwohner. Mit den angegebenen Fahrten sei kaum 844 KW Leistung zu erzielen. 


 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung