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Eine Handbewegung fürs "Feuerwehrleben"

Geschrieben von Christian Wolff
Nachwuchskräfte lernen den Umgang mit Hydranten

Gäbe es noch „Was bin ich“, Robert Lembkes heiteres Beruferaten im TV, dann würde ein Feuerwehrmann womöglich das Öffnen eines Hydranten als eine seiner „typischen Handbewegungen“ vorführen.

Foto: Christian Wolff
Ausbilder Martin Förster (M.) zeigt das Aufsetzen des Standrohrs auf den Unterflurhydranten
Denn: Die Handhabung dieser oft unscheinbaren Wasserspender begleitet die „Blauröcke“ ihr ganzes „Feuerwehrleben“ lang.

Deswegen stand das Thema „Hydranten“ am Montagabend auf dem Dienstplan der Vorhelmer Jugendfeuerwehr. In mehreren Gruppen machte sich der Nachwuchs mit fachkundiger Begleitung ausgebildeter Kräfte auf den Weg, um sie aufzuspüren. Lange suchen brauchten sie nicht. In der Regel, erklärte Martin Förster seinen „Schützlingen“, habe es die Feuerwehr mit sogenannten Unterflurhydranten zu tun.

Diese sind ebenerdig und werden von Laien in der Regel kaum wahrgenommen. Sie befinden sich unterhalb einer Kappe,  plan in die Straße eingebaut. Der Deckel wird per Schieberschlüssel ausgehoben und zur Seite geschwenkt, wodurch der Hydrantenfuß zugänglich wird. „Wie das geht, dürft ihr nie vergessen“, ermahnte Förster seine Steppkes.

Der Unterflurhydrant ermöglicht den Anschluss eines Standrohres, den die Wehr im Einsatz mitbringt. Allerdings, erklärte Vorhelms Löschzugführer Hubertus Heimann, der eine weitere Gruppe begleitete, haben Unterflurhydranten  einen Nachteil: Sie werden mitunter von Kraftfahrzeugen zugeparkt. Nicht selten, ergänzte Martin Förster, sei das Zufrieren bei Eisglätte oder Schnee. Damit die Hydranten benutzbar bleiben, wenden die Feuerwehrleute gerne einen Trick an: „Das Festfrieren des Deckels wird durchs Einfügen einer Plastikfolie weitgehend vermieden.“

Und so bestand eine der Aufgaben der jungen Leute am Montag darin,  Hydranten mit einer solchen Folie auszustatten. Ist der Hydrant geöffnet, kommt also das Standrohr ins Spiel. Martin Förster holt ein silbernes Objekt hervor, das  mittels  Klauenverschluss auf den Unterflurhydranten aufgesetzt und verriegelt wird. Es besitzt meist zwei genormte Kupplungen und kann mit Handrädern die Schraubventile zur Wasserentnahme öffnen.

Für viele der Jugendlichen waren auch die blauen Plastikschilder mit weißen Zahlen, Strichen und Buchstabenkombinationen bislang böhmische Dörfer. Nun wissen sie mehr:  Die Hinweisschilder geben die seitliche und rückwärtige Entfernung des Hydranten vom Schild in Metern an. Eine entscheidende Information, die ein Feuerwehrmann im Ernstfall braucht.

Übrigens: Überflurhydranten, also Säulen zum Wasserabzapfen, sind hierzulande selten. Bilder wie in amerikanischen Filmen, wo Fontänen aus dem Boden schießen, wenn ein Fahrzeug gegen einen solchen fährt, sind also kaum denkbar.  

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 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung