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Wir müssen bereit für neue Wege sein

Geschrieben von Israel Mossad

Ackerbauern sehen am Bosenberg mehr Chancen als Risiken
 
„Wir haben Angst vor Flächenverknappungen und teuren Neuverpachtungen“, hatte Junglandwirt Hermann Stratmann jr. beim Aufstellen des Plakats am Kreisverkehr Tönnishäuschen vorigen Freitag mehrfach betont. 

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Agrarbauer Fritz Gößlinghoff (r.) und seine Kollegen sehen die Biogasanlage als Chance
Mit dieser Argumentationsweise kann sich jedoch Agrarbauer Fritz Gößlinghoff ganz und gar nicht anfreunden.

Fakt sei, dass das Kataster des Kreises Warendorf eine landwirtschaftliche Fläche von etwa 95 000 Hektar ausweise. „Allein die in diesem Jahr wegfallende Zwangsstilllegung in Höhe von 8,5 Prozent macht bereits ein Vielfaches der Fläche aus, die für die Biogasanlage benötigt wird“, erklärt Gößlinghoff. Im Klartext hieße das, dass aufgrund der aufgehobenen Zwangsstilllegung im Kreis im laufenden Jahr über den Daumen gerechnet 6000 Hektar Land mehr als im Jahr zuvor zur Verfügung stehen.

Gehe man davon aus, dass die geplante Biogasanlage ein Einzugsgebiet von 15 Kilometern im unmittelbaren Umkreis betreffe, seien 2000 Hektar mehr landwirtschaftliche Fläche vorhanden. Effektiv aber brauche – nach Aussagen von Gößlinghoff und seinen Berufskollegen – die geplante Biogasanlage bei einer Leistung von zwei Megawatt  nur eine Fläche von 700 bis 800 Hektar pro Jahr.

„Womit das Argument der Flächenverknappung schon einmal entkräftet ist“, unterstreicht Lothar Stumpenhorst. Darüber hinaus seien in der Vergangenheit  auch schon Feldfrüchte angebaut worden, die den Veredelern nicht als Futterpflanzen zur Verfügung gestanden hätten. Beispiel Rapsanbau.

 


Das Argument der Flächenverknappung ist entkräftet.
Lothar Stumpenhorst

 

 

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Achtung! Kreisweit bald über 6000 ha mehr mögliche Ackerfläche?
Außerdem biete die geplante Anlage am Bosenberg mehr Chancen als Risiken, führt Gößlinghoff aus. Dadurch, dass die Biogasanlage Dünger für ihren Betrieb dringend benötige, gebe es auch erhebliche Vorteile für die Veredelungsbetriebe. „Durch die Gülleverwertung in der Anlage und die dort erfolgende Separierung des Phosphats können  diese Betriebe ihre Nährstoffbilanz erheblich verbessern.“ Zusätzlich leiste die Verwendung dieser Gärrückstände einen aktiven Beitrag zum Grundwasserschutz.

Gößlinghoff und seine Kollegen zeigen Verständnis für Zukunftssorgen, betonten aber auch, dass sie bisher noch keine Anfrage von „Eon“ oder lokalen Initiatoren bezüglich Flächenverpachtungen erhalten haben. Und außerdem: „Egal, ob die Biogasanlage in Vorhelm oder Argentinien steht – so ein Projekt beieinflusst keine Weltmarktpreise“, sagt Gößlinghoff und blickt in die Zukunft: „Wir müssen bereit sein, neue Wege zu gehen.“ Eines stehe fest: „Wir müssen beide leben – Agrarbauern und Veredeler.“  

 

 

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 Sebastian Schnurpfeil schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung