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Landgasthof steht zum Verkauf

Geschrieben von Israel Mossad

Haus Vorhelm will sich nach Jahrhunderten von der „Alten Schänke Samson“ trennen

Ende März wird im Kapellendorf der Zapfhahn zugedreht – voraussichtlich für immer. Die  „Alte Schänke Samson“  steht zum Verkauf, wie die Eigentümer von Haus Vorhelm erklären.

Foto: Christian Wolff
Der traditionsreiche Landgasthof Tönnishäuschen soll jetzt verkauft werden
Seit heute wird das Objekt mit einem Kaufpreis von 435 000 Euro auch über das Internet vermarktet.

Damit endet die jahrhundertealte Tradition der gräflichen Gaststätte in Tönnishäuschen. Ahlens kleinster Ortsteil ist künftig kneipenlos und muss wohl vornehmlich Flaschenbier beziehen. Die Gemeinschaft „Unser Dorf“ sowie Schützen- und Fußballverein müssen sich einen neuen Tagungsort suchen.

Für uns ist dieser Schritt schmerzlich“, räumt Wilderich Reichsgraf von Schall-Riaucour ein. „Aber wir haben immer wieder neue Anläufe gestartet, den Betrieb mit Pächtern in Schwung zu bringen. In den vergangenen 30 Jahren waren dort zehn Gastwirte tätig. Jetzt wollen wir nicht mehr verpachten.“  Unter der Familie Samson, die der einstigen Postagentur mit Pferdedeckstation ihren Namen gab, lief es weit über 150 Jahre – seit 1792 – hervorragend, beschreibt von Schall-Riaucour.  


"Für uns ist der Schritt schmerzlich."  Wilderich Graf von Schall-Riaucour

Ferdinand Samson plante bereits vor seiner Aufgabe im Jahr 1979, das Anwesen zu kaufen, doch Haus Vorhelm willigte nicht ein. Inzwischen ist die alteingesessene Gastwirtsfamilie  mit einem Hotel-Restaurant in Alverskirchen erfolgreich. Für sie kommt das Angebot also zu spät. Die derzeitigen Pächter des Landgasthofs können „Samson“ nun nicht mehr als „Ereigniskneipe“ tragen, obwohl ihr Konzept insgesamt sehr gut angenommen wurde.

„Seit 120 Jahren wird nicht mehr das auf Haus Vorhelm verzapfte Bier in Tönnishäuschen ausgeschänkt. Zuerst ändern sich kleine Dinge, schwinden Möglichkeiten, die immer da waren. Dann geht es im Großen zu Ende“, fasst der Graf das Schicksal des Gasthofs zusammen. „Ein massiver Einschnitt trat mit der Verlagerung des Schützenfests  ein“, sieht er einen  der Gründe. „Und das, obwohl es mit den Betreibern richtig ,im Dorf‘ geblieben wäre.“

Nun ist für das Ensemble auf  seinen 1100  Quadratmetern – plus weiteren 5270   Quadratmetern Fläche –  eine neue Nutzung vorgesehen. Die Stuckfassade steht  unter Denkmalschutz. Dahinter wären ein IT-Zentrum, großzügiges Wohnen oder eine zentrale Anlaufstelle für mobile Dienste möglich, wie im „Immobilienscout“ zu lesen ist.

Also nie wieder Gastronomie an dieser Stelle? „Wenn sich ein Käufer findet, der ein gastronomisches Konzept hat, freuen wir uns besonders“, sagt der Reichsgraf von Schall-Riaucour. Doch derzeit sehe die Marktlage nicht danach aus. „Wir glauben, nur ein Eigentümer ist bereit, in die Substanz zu investieren.“
 
Ab sofort steht die „Alte Schänke Samson“ zum Verkauf, erklärt die gräfliche Familie von Haus Vorhelm. Tönnishäuschen verliert damit seine einzige verbliebene Gaststätte, die Vereine ihren Versammlungsraum.

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung