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Silbernes Solardorf kommt auf Erdwärme-Trichter

Geschrieben von Israel Mossad
Klimaschutz: Thermik aus 85 Metern Tiefe
Alles redet über den Klimaschutz - Ahlens kleinster Ortsteil geht derweil mit Taten voran. Dass Tönnishäuschen zum "Silbernen Solardorf" gekürt wurde, war vor wenigen Monaten schon ein deutliches
Signal in diese Richtung, doch nicht das einzige: Derzeit  laufen die Arbeiten zur Installation der ersten Erdwärmeanlage.

Foto:Christian Wolff
Ein riesiger Bohrer steht im Garten von Hubertus Beier
Eine Besonderheit, denn obwohl sie effektiv in einem geschlossenen System arbeitet, wird diese Anlage noch eher selten installiert, weiß Andreas Stapel. Der Fachmann für Heizungs- und Sanitäranlagen hat bereits die Installation zahlreicher Sonnenkollektoren im Kapellendorf betreut - und jetzt auch die der Erdwärmeanlage, die mit zwei 15 Zentimeter breiten Sonden arbeitet. "Es gibt auch Erdwärmekollektoren, aber die brauchen sehr viel Platz", erklärt Stapel. "Es ist eine hohe Investition nötig, weil es dafür keine Förderung gibt", erklärt der Vorhelmer Ortsausschussvorsitzende Hubertus Beier, in dessen künftigen Garten sich der Bohrer nun 85 Meter in die Tiefe gräbt. "In Baden-Württemberg oder Niedersachsen ist das anders", hat Beier festgestellt. "Da wird jede neue Erdwärmeanlage unterstützt."

 


Denn: Geothermie ist eine bedeutende erneuerbare Energie.  Das Erdreichhat die Eigenschaft, Sonnenwärme über einen längeren Zeitraum zu speichern, was zu einer weitgehend gleichbleibenden Temperatur der Wärmequelle führt. "Die Kosten steigen im Energiebereich. Deswegen haben meine Frau und ich beim Bau des Eigenheims entschieden, uns von Öl und Gas unabhängig zu machen", beschreibt Beier. Dass bei ihm alle Fenster in Richtung Süden zeigen, spiele außerdem eine nicht unerhebliche Rolle. Die Brunnenbauer der Neubeckumer Firma Stuckmann brauchen etwa vier Tage,
um die zwei notwendigen Bohrungen fertigzustellen. Dann soll die Erdwärme - in der Regel nur zehn Grad Celsius - über eine Wärmepumpe im Keller des Neubaus auf wohlige 35 Grad erhitzt,  die Fußbodenheizung speisen.

 

Foto: Christian Wolff
Jan Höckelmann, Markus Neth, Hubertus Beier, Andreas Stapel (v.l.)
ZUM THEMA
Eine unerschöpfliche Energiequelle 99 Prozent der Erde sind heißer als 1000 Grad. Direkt unter unseren Füßen
schlummert ein  nahezu unerschöpfliches Energiepotenzial. Doch bisherwurde die Energiequelle "Erdwärme" bei uns kaum genutzt. Zu schwierig erschienen die Förderbedingungen. Dank neuer Techniken wandelt sich das Bild. In Zukunft könnten über Erdwärme vermutlich in ganz Deutschland
Wohnungen geheizt werden.

 

 

 

 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung