Ahlen-Vorhelm Web Portal

Ahlen-Vorhelm

Alte Ladestr.26 ,
59227 Ahlen-Vorhelm

Stadt Ahlen 02382-590
info@ahlen-vorhelm.de

Franz Alt: Ist die Sonne die Energie der Zukunft?

Über 400 Zuhörer verfolgten über zweistündigen Vortrag des bekannten Fernsehmoderators

"Das Massensterben der Dinosaurier vor rund 65 000 000 Jahren war nicht so dramatisch wie das derzeitig laufende", stellte der bekannte ARD-Journalist Franz Alt am Montagabend im Messezelt der Firma Stapel in Tönnishäuschen zum Thema Klimawandel klar. "Wir verlieren Tag für Tag über 150 Tier- und Pflanzenarten - unwiederbringlich."

ImageAlt kam als Ehrengast der "Woche der Sonne" in die Kapellengemeinde. Der Vorkämpfer für erneuerbare Energie hielt einen über zweistündigen Vortrag, der auf großes Interesse stieß. Darin brach Franz Alt eine Lanze für die Bauern, denen er in den von ihm vorgestellten Energiemodellen eine besondere Rolle einräumte. "Wie wir heute mit den Bauern umgehen, ist nur als Kulturschande zu bezeichnen", sagte der Moderator und Autor. Denn auch die Energie aus Biomasse lässt sich nach seiner Ansicht hervorragend in einen Energiemix einbinden. Gemeint sind Pflanzen und Abfallstoffe der Landwirtschaft  wie Gülle, Stroh und Holzreste. Darunter versteht Alt die Kombination verschiedener Vorstellungen zur zukünftigen Energieversorgung aus mehreren Quellen.

Per Computerpräsentation zeigte der bekannte Medienmann seinen über 400 Zuhörern Energiemodelle der Zukunft. Dabei räumte Alt besonders der Sonne eine herausragende Bedeutung ein. "Wir haben seit etlichen Jahren zwei Solarsysteme für unser Haus, und noch nie eine Rechnung erhalten. Die   Sonne wärmt, aber schreibt uns keine Rechnung", schmunzelte Alt. Hart ging er mit den Wirtschaftskapitänen des Landes ins Gericht: "Vor 30 Jahren waren die Deutschen führend in der Solartechnik, heute sind die Patente in Japan - und die Arbeitsplätze auch", monierte der in Baden
lebende Journalist.

ImageSichtlich erbost erzählte er vom Besuch bei einem namhaften Wolfsburger Autohersteller, der vor Jahren ein "Ein-Liter-Auto" als Versuchsmodell entwickelte. Auf die Frage, wo sich das Auto heute befinde, erhielt der Fernsehmann eine lapidare Antwort: "Im Museum." Dafür produzieren die heute den Phaeton, der mit seinen 18 Litern Verbrauch nicht einmal in den USA eine Chance hatte", wetterte Franz Alt. Für ihn liegt   die Energiezukunft in der Sonne. Mit zahlreichen Beispielen belegte der Fernsehmann den Einsatz der blauen Sonnenkollektoren, wo immer es geht. Dabei waren Architekturmodelle von Häusern, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen.

Bei den Verhältnissen in Asien, besonders in China und Japan, kam Alt direkt ins Schwärmen: "Dort sind  ganze Städte und nicht die kleinsten flächendeckend mit Kollektoren ausgestattet". Gar nicht zufrieden zeigte er sich dagegen mit den deutschen Verhältnissen. So erzählte er von einem Gespräch mit einem Kommunalpolitiker, der in seiner Stadt Solaranlagen nur akzeptierte, die "von der Straße nicht einzusehen sind". "Wenn wir so weitermachen", stellte der Energieapostel klar, "ist die Erde für Menschen und Tiere in 300 bis 400 Jahren  nicht mehr bewohnbar. Wir haben nicht viertel vor zwölf, wir  haben nicht fünf vor zwölf, wir haben zwölf. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät", resümierte  der Wissenschaftsjournalist und ermahnte zum verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und zum intelligenten Einsatz neuer Technologien. Solartechnik sei eine klimaneutrale Energieversorgung. "Wir müssen uns nur trauen, sie einzusetzen", sagt Alt.

ImageDass das Thema "Regenerative Energiegewinnung" längst kein Randgruppenthema mehr ist, bewiesen die über 400 Besucher des Vortrags im
Ortszentrum von Tönnishäuschen.

 Peter Schniederjürgen schreibt für die Ahlener Zeitung