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Biogas Projekt endgültig vom Tisch

Geschrieben von Heiner Klostermann

Nach rund sechseinhalb Jahren ist das Vorhaben, am Bosenberg eine Biogasanlage zu errichten, offenbar endgültig vom Tisch. Investor Reiner Fränkle plant stattdessen mit der Lagerung von Getreide und Flugasche, ließ er die Verwaltung wissen.

Abgeblättert: Das Zementwerk Bosenberg wartet weiter auf eine Nachnutzung. Nach gut sechseinhalb Jahren wird das umstrittene Biogas-Projekt endgültig ad acta gelegt. Dafür gibt es neue Pläne, die jetzt in die politischen Gremien gehen. Foto: Christian WolffGenau sechs Jahre, fünf Monate und 22 Tage, nachdem es erstmals vorgestellt wurde, ist das Projekt „Biogas am Bosenberg“ vom Tisch. Investor Reiner Fränkle hat offenbar andere Pläne mit dem stillgelegten Zementwerk in Vorhelm-Bahnhof. Das Gelände soll nun unter anderem zur Lagerung von Getreide und Flugasche genutzt werden.

„Der Eigentümer hat zum Ausdruck gebracht, dass er sich eine andere Nutzung als die bisherige vorstellen kann“, sagt Frank Merschhaus auf Anfrage. Der Stadtsprecher bestätigt zugleich den Eingang eines entsprechenden Briefs, der in diesen Tagen in Kopie an die Mitglieder der entsprechenden Fachausschüsse versendet wird. Auch eine Stellungnahme der Verwaltung sei damit verknüpft. Inhaltlich hält sich Merschhaus aber bewusst bedeckt. „Ich möchte dem Ausschuss nicht vorgreifen.“ Auch Reiner Fränkle gibt sich beim „AZ“-Anruf einsilbig und verabschiedet sich flugs in eine Besprechung. Der zugesagte Rückruf bleibt aus. Mit Details zu den neuen Plänen ist jedoch in den kommenden Tagen zu rechnen. Die Getreidelagerung ist bereits seit Jahren ein Thema, die Steinkohlenflugasche gilt als hochwertiger Sekundärrohstoff und findet im Bauwesen ihre Anwendung. Am Dienstag, 3. Dezember, steht die neue Entwicklung auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses.

Blick zurück: Am 31. Mai 2007 wurde erstmals für die Umnutzung des stillgelegten Zementwerks Bosenberg als Biogasanlage geworben. Was folgte, war eine massive Protestwelle von Anwohnern und Landwirten, die zur Gründung einer Bürgerinitiative führte. Mehrere Informationsveranstaltungen, politische Diskussionen und private Streitgespräche sowie monatelange Leserbriefschlachten gab es auch im zweiten Anlauf, der sich in den Folgejahren um eine deutlich kleinere Biogasanlage drehte. Vom ursprünglichen Investorentrio war das Vorhaben inzwischen auf Fränkles Erneuerbare Energien GmbH übergegangen. Und auch im dritten Anlauf scheiterte das Verfahren. Den letzten Dämpfer erhielt es – wie berichtet – durch ein münsterisches Gerichtsurteil, angestrebt von einer Anwohnerin und unterstützt von der Bürgerinitiative sowie der Freien Wählergem einschaft (FWG).

Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

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