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Bauern und Bürger protestieren gegen den "Biogas-Wahnsinn"

Geschrieben von Heiner Klostermann

Sie kamen spät - in doppelter Hinsicht, wie sie kurz nach 17 Uhr mit dem Ratsentscheid erfahren würden. Aber sie kamen: 130 Landwirte, FWG-Mitglieder und Bürger protestierten am Dienstag zuerst hinter, dann vorm Rathaus gegen die Biogasanlage im ehemaligen Zementwerk Bosenberg.

Bauernprotest: Biogas ernährt nicht das Land„Sagt hinterher nicht, ich hättet es nicht gewusst!“ „Biogaswahnsinn am Bosenberg“ „844 KW ist erst der Anfang“ - mit diesen und anderen Mottosprüchen formulierten die Demonstranten im Alter von geschätzten sechs bis weit über 70 Jahren ihre Befürchtungen. Hauptargument auch bei der polizeilich angemeldeten Demo: Die Gegner machten geltend, dass die Anlage mit 0,844 Megawatt nur als „Türöffner“ für eine weitaus größere dienen soll. Das befürchtete auch Ratsherr Norbert Heringloh-Poll. Der CDU-Mann hatte sich kurz vor der Ratssitzung von den Gegnern überzeugen lassen und sich auf deren Seite gestellt. Biogasanlagen seien, so Heringloh-Poll, aus ethischen Gründen nicht vertretbar: „Wir sind eine christdemokratische Partei.“ Da könne man schlecht dafür sein, dass hier Lebensmittel zur Stromerzeugung vergoren würden, während andernorts auf der Welt Menschen verhungern.

FWG-Vorsitzender Heinrich Artmann begrüßte die zur Demo Gekommenen und dankte ihnen für die Stützung des Protestes gegen ein Thema, der sein Verein die Gründung versankt. Bekanntlich war aus der Bürgerinitiative gegen das Biogaswerk die Freie Wählergemeinschaft hervorgegangen. Besonders grüßte er die Landwirte, „die doch noch rechtzeitig auf unseren Zug aufgesprungen sind.“

Während sich auf dem Rathausparkplatz die Demonstranten versammelten und auch einige Landwirte ihre Gegnerschaft durch Transparente an ihren Treckern bekundet hatten („Biogas nicht für Großkonzerne!“), verteilten andere eine Infoschrift über die Standpunkte der „Interessengemeinschaft Zukunft Wibbeltdorf“.

Gemeinsam machten sich die Teilnehmer der Kundgebung dann, routinemäßig unter den Augen der mit zwei Streifenwagen vertretenen Polizei, auf den Weg hoch zum Rathausvorplatz, wo sie sich vor der Rathausfassade aufstellten.


Jörg Pastoor schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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