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Kein Vertrauen in Ahlener Grüne

Geschrieben von Clemens Haase
Biogasanlage

Zum Artikel Gezielt Unwahrheit verbreitet “ nimmt Clemens Haase im Namen des BUND-Kreisvorstandes Warendorf Stellung:

Frau Pähler-Paul, Grünen-Fraktionsvorsitzende, fiel per Telefon mit der Tür ins Haus und hatte nur im Sinn, zwei Vorstandsmitglieder des BUND von der Ablehnung des sogenannten „Zielabweichungsverfahren (Biogasanlage) Bosenberg“ abzubringen.

Foto: Ahlen-Vorhelm.de Archiv
Bosenberg: Biogas oder nicht? der BUND hat Zweifel!
Gleiches versuchte die Investoren-Architektin Frau  Weber mit einem Anruf ausgerechnet an meinem Arbeitsplatz. Bei dieser „Zielabweichungs-Story“ geht es um die vereinfachte Anpassung des Regionalplanes, welches wiederum Voraussetzung für die Änderung des örtlichen Bauleitplanes ist. Diese Änderung kann nur herbeigeführt werden, wenn auch alle Träger öffentlicher Belange (TÖB, dazu zählen auch die Naturschutzverbände) dem zustimmen.

Beim BUND lag dazu bloß ein formelles Anschreiben der Stadt Ahlen vor ohne nähere Aussagen zur geplanten Biogasanlage. Schon das reichte zur Ablehnung, denn der BUND stellt keine Blankoschecks aus. Ein Gespräch mit Frau Weber lehnten wir ab, weil wir uns nicht auf „Linie trimmen“ lassen.

Ein über die zuständige Behörde versandter detaillierter Antrag zur Biogasanlage, und nur ein solcher interessiert uns, liegt uns bisher nicht vor. Unser Vertrauen gegenüber den Investoren (Grundbesitzverwaltung ehemaliges Zementwerk Bosenberg) ist gleich null.

Diese hatten noch im letzten Jahr versucht, mit Hilfe eines der größten Atomkonzerne Europas eine Biogasanlage hochzuziehen. Während andernorts Grüne fordern, keine Konzessions- bzw. Strom-Verträge mehr mit Atomkonzernen abzuschließen, störte es die Ahlener Grünen nicht, dass eine Biogasanlage mit Hilfe eines Atomkonzerns gebaut werden sollte.

Die Grundbesitzverwaltung hatte letztes Jahr zugelassen, dass Sickerwässer von einer illegalen Silomais-Anlage in Gräben nahe des Bosenbergs flossen. Ergebnis: stinkendes Grabenwasser und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Warum sollten die Naturschutzverbände jenen vertrauen, die einen laxen Umgang mit dem Umweltschutz pflegen?

Als Nächstes muss der Begriff „Biogas“-Anlage in Frage gestellt werden. Die Stoffe, die für diese Anlage bestimmt sind, stammen nicht aus der ökologischen Landwirtschaft. Daher wäre der Begriff Agrargasanlage angebrachter. Eventuelle Güllemengen liefert die Schweinemasthaltung. Der eingeplante Hühnermist kommt nicht von putzigen Hühnerställen, sondern aus Legebatterien und Hähnchenmastfabriken. Die obligatorischen „Energiepflanzen“ (Mais, etc.)  werden auf Flächen produziert, wo Gülle und Herbizide zum Einsatz kommen.

Vor diesem Hintergrund daher die Frage: Welche Form der Landwirtschaft vertritt die Fraktionsvorsitzende der Ahlener Grünen, Frau Pähler-Paul, eigentlich?
Seitens des BUND haben wir erhebliche Bedenken, dass immer mehr Landwirtschaftsflächen für sogenannte Energiepflanzen in Beschlag genommen werden. Folge davon ist: Energieproduktion kontra Nahrungsmittelproduktion kontra Naturschutz. Konsequenz: Grünlandflächen werden umgebrochen, Stilllegungsflächen unter den Pflug genommen, auf der Strecke bleiben Flora und Fauna.

Frau Pähler-Paul nehme ich es ab, dass sie noch kein Gespräch mit der Bürgerinitiative Bosenberg gesucht hat. Stattdessen versucht sie einen Keil zwischen deren Sprecherin und den Mitgliedern der Bürgerinitiative zu treiben. Kein guter Stil.

Wir vom BUND werden  die Entwicklung hinsichtlich der Agrargasanlage Bosenberg weiterhin kritisch und ohne vorauseilenden Gehorsam begleiten.

Clemens Haase
Vorstandssprecher BUND
Kreisgruppe Warendorf

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