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Bosenberg Nachnutzung bleibt heißes Thema

Geschrieben von Israel Mossad
„Arbeitsfrühstück“ zwischen Bauern- und Stadtvertretern auf Hof Middrup / Lob für fachmännische Wallhecken-Pflege

Einmal im Jahr treffen sich die Vertreter der landwirtschaftlichen Ortsvereine und die Ortslandwirte mit Bürgermeister Benedikt Ruhmöller sowie den Experten der Stadtverwaltung zu einem „Arbeitsfrühstück“.

Foto: Christian Wolff Dazu hatte in der vorigen Woche der Vorhelmer Landwirt Matthias Middrup nach Tönnishäuschen eingeladen. Für beide Seiten bedeuten die Gespräche immer eine gute Gelegenheit, um Anregungen und Beschwerden auf direktem Wege zu besprechen.


Nach der von den Bauern vor wenigen Tagen geschlagenen „Schlacht um die Milchpreise“ ist für sie die Folgenutzung des ehemaligen Zementwerks Bosenberg immer noch ein ganz heißes Thema. Der Dolberger Ortslandwirt Hermann Stratmann lobte, wie sensibel die Stadt mit der schwierigen „Biogas-Frage“ umgehe. Er brachte die Einstellung der Bauern dazu auf den Punkt: „Wir haben nichts gegen eine Biogasanlage, wenn die Dimension stimmt. Mit den ursprünglich geplanten 0,8 Megawatt wären wir einverstanden gewesen.“

Bürgermeister Ruhmöller machte deutlich, dass die Stadt ein großes Interesse an der Entwicklung des früheren Zementwerks habe, damit dort nicht eine dauerhafte Industriebrache entsteht. Zurzeit ist das Gelände planungsrechtlich allerdings noch ein „unbeschriebenes Blatt“. Die planungsrechtlichen Spielräume der Stadt müssten noch abschließend mit der Bezirksregierung geklärt werden.


Erst nach der Aufstellung eines entsprechenden neuen Bebauungsplans, betonte auch der Stadtbaurat Franz Budnik, können neue Nutzungen genehmigt werden. Allerdings seien bei der Stadtverwaltung bisher noch gar keine Anträge auf Aufstellung eines Bebauungsplans eingegangen.
Weitere Gesprächsthemen zwischen den Vertretern von Landwirtschaft und Stadtverwaltung waren der Ausbau der Wirtschaftswege, der Hochwasserschutz, die Ausweisung von Ausgleichsflächen und die Landschaftspflege. „Vollzug“ meldete Heino Hilbert, der Gruppenleiter für Straßenbau in den Ahlener Umweltbetrieben, hinsichtlich der Maßnahmen an den Wirtschaftswegen, die alljährlich in Abstimmung mit dem Bauerschaftsbeirat durchgeführt werden. Lob erntete der Grünpflege-Gruppenleiter Jörg Pieconkowski für die fachmännische Pflege der Wallhecken in der Landschaft.

Geklagt wurde von allen Seiten über die strengen Regeln des Gesetzgebers zur Ausweisung von Ausgleichsflächen. Wenn die Stadt neue Gewerbegebiete für mehr Beschäftigung ausweist, muss sie zugleich großflächige Ausgleichsflächen anlegen. Damit schrumpft das Flächenpotenzial der Bauern.

Dieser Interessenkonflikt soll im Kreis Warendorf zum Beispiel durch gemeindeübergreifende Poolbildung für Ausgleichsflächen gelöst werden, teilte Ruhmöller mit.

Foto: Bernd Döding (Leiter Ahlener Umweltbetriebe), Heino Hilbert (Gruppenleiter Straßen und Verkehr), Bernhard Klockenbusch (Dolberg), Jörg Pieconkowski (Gruppenleiter Grünpflege), Matthias Middrup (Vorhelm), Norbert Knipping (Ahlen), Renate Mehring (Ahlen), Stadtkämmerer Klaus Muermans, Stadtbaurat Franz Budnik, Felix Schulze Middig (OV Vorhelm), Hermann Stratmann (Dolberg) und  Bürgermeister Benedikt Ruhmöller (v. l.).

 Diskussionsforum: Mais pflanzen, Verkehr ernten? Bürgerforum Biogasanlage Bosenberg 

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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