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Appell: "Bürgerinteressen nicht ignorieren!"

Geschrieben von Israel Mossad

Kontroverse Diskussionen am Rande der geplatzten Bürgerversammlung

Einspeisungsgebühren zu Verbraucherlasten? Mit einer etwas freundlicheren Begrüßung hatte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller sicher gerechnet. „Machen Sie sich auf etwas gefasst“, rief ihm ein aufgebrachter Landwirt am Montagabend entgegen.

Foto: Christian Wolff
Saal zum Bersten gefüllt - viele Besucher mussten auf den Gängen stehen
Das Treffen bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Pelmke, die letztlich doch nicht stattfand, bot vielen Bürgern dennoch genügend Plattform zur Meinungsäußerung.


Doch es waren nicht nur Gegner darunter, wenn sie sich auch nicht so lautstark bemerkbar machten. „Ich finde alternative Energien besonders wichtig“, sagte Marion Schmelter. Einige ihrer Sitznachbarn nickten, betonten aber, erst einmal abwarten zu wollen, was Betreiber und Verwaltung zu sagen haben, um sich eine fundierte Meinung bilden zu können. Für etliche sei noch „alles offen“.

Anwohner des betroffenen Ortsteils Vorhelm-Bahnhof waren ebenfalls zahlreich vertreten, um auf mögliche Beeinträchtigungen ihrer Wohnqualität hinzuweisen. Schnell machte zwischenzeitlich eine Äußerung die Runde, dass die „Eon“-Pläne künftig jeder Energiekunde mitbezahlen muss. Etwa drei Millionen Euro sind im Gespräch, die an Einspeisungskosten fürs Biogas anfallen – und am Ende auf die Verbraucher umgelegt werden müssten. Doch „Eon“-Vertreter Hermann Deupmann bekam am Montag noch keine Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.  

Als Carl Holtermann, Leiter des Ausschusses für Stadtentwicklung und Fraktionsvorsitzender der CDU, gegen 18.10 Uhr den Abbruch der Versammlung verkündete, wollte sich Hermann Stratmann an die Landwirte wenden. Doch Holtermann versagte ihm das Mikrophon. So stieg der Dolberger Ortslandwirt auf einen Stuhl, um seinen Dank an alle Berufskollegen zu richten, die sich an dem Protest beteiligt hatten. Viele Anwesende hatten zum Teil weite Wege auf sich genommen und mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren.

„Dass reichlich Interesse an den Biogas-Plänen besteht, ist absehbar gewesen“, befand Josef Remmert, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine. „Auch wenn die Bürger nicht selbst abstimmen dürfen, sollte diese Tatsache nicht unterschätzt werden.“   Abgestimmt wird erst durch den Rat, doch das Bürgerinteresse dürfe niemand ignorieren. Am Montag, 25. Februar, geht es ab 18 Uhr ausschließlich um die Information der Bürger im Rahmen der Offenlegungsfrist für den Bebauungsplan „72.4“, betonten die Verwaltungsvertreter.

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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