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Ängste werden sich relativieren

Geschrieben von Israel Mossad

„Eon“ über das Biogasanlagen-Projekt
 
„Wir nehmen niemandem Fläche weg.“ Hermann Deupmann, Betriebstechnikleiter bei „Eon-Bioerdgas“, zeigt sich einen Tag nach der geplatzten Bürgerversammlung verwundert. Zahlreiche Landwirte hatten vor und im Gasthaus Pelmke massiven Unmut geäußert, was die Pläne zur Errichtung einer Biogasanlage auf dem Zementwerk Bosenberg angeht.

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Umstrittene EON-Beteiligung: Protestschild am Güllewagen von Norbert Huesmann
Deupmann musste seine vorbereitete Präsentation wieder mitnehmen.


„Ich glaube, dass sich das alles relativieren wird“, sagt er auf Anfrage. Viele Ängste seien zu sehr hochgekocht worden und könnten mit der nachgeholten Bürgerversammlung am Montag ad acta gelegt werden. „Wir haben eigentlich Platz genug für eine solche Biogasanlage“, wird Deupmann konkret. Er ist überzeugt, dass „Eon“  wie viele Energiekonzerne nicht überall den besten Ruf genießt. „Aber wir tun das, was der Gesetzgeber von uns verlangt: Wir investieren in erneuerbare Energien.“ Die wachsende Bedeutung der Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz sei unbestritten. Jetzt müssten die Modalitäten des Bosenberg-Vorhabens auf den Tisch, um die Ängste der Landwirte abzubauen.  

Eon“ ist noch nicht lange in das Projekt in Vorhelm-Bahnhof involviert, wie Deupmann erklärt. „Erst vorige Woche Montag haben wir die Entscheidung getroffen.“ Diese sei aber gut überlegt gewesen. „Wir laufen ja nicht einfach los und bauen eine Anlage.“ Der Bereich Ahlen und Beckum wäre Berechnungen seines Unternehmens zufolge noch besser geeignet für dieses Projekt als beispielsweise der Kreis Steinfurt. Die befürchtete Flächenverknappung sei nicht gegeben.  

Außerdem verweist der „Eon“-Fachmann, der eigene Erfahrungen im Bau von Biogasanlagen vorweisen kann, auf die deutlich höhere Flächeneffizienz von Biogas gegenüber anderen erneuerbaren Energiequellen wie beispielsweise Biodiesel und Bioethanol. Auch wenn die Bioerdgaseinspeisung bisher nicht in allen Punkten eindeutig geregelt und die Regularien nicht auf Bioerdgas zugeschnitten seien, werde die Tochter des deutschen Energiekonzerns in Zukunft verstärkt in den Bau von Biogasanlagen und die Vermarktung der Energie investieren. Die zu erwartenden Preissteigerungen für fossile Energie machten erneuerbare Energien schließlich immer attraktiver.

„Eon-Ruhrgas“ ist Eigentümerin eines mehr als 11 000 Kilometer langen Ferngasnetzes. Die erst im Jahr 2007 gegründete Tochter „Eon-Bioerdgas“ hat sich auf die Errichtung eigener Bioersgasanlagen spezialisiert – und Vorhelm nun konkret in ihren Blick genommen.

Nach Angaben des Betriebstechnikleiters Hermann Deupmann gegenüber unserer Zeitung sollen  dort folgende Einsatzstoffe zum Tragen kommen: 28 000 Tonnen Maissilage, 15 000 Tonnen Grassilage und Zwischenfrüchte sowie 7000 Tonnen Gülle. Das sogenannte Input-Outputkonzept sieht längerfristige Lieferverträge, die Einbindung regionaler Dienstleister für Ernte und Transport sowie Kostenvorteile durch Gärrestedüngung und Umverteilung der Nährstoffüberschüsse einzelner Landwirte durch den „Flaschenhals Biogasanlage“ vor. „Eon“ strebt eine „langfristige Partnerschaft mit der Landwirtschaft“ an.  
Deupmann zählt die Vorteile des Projekts auf: klimaschonende Energieerzeugung, effziente Energienutzung, Folgenutzung einer Industrieaufgabe, Nutzung vorhandener Infrastruktur, regionale Wertschöpfung, zusätzlicher Vermarktungspfad für die Landwirtschaft, Einnahmesicherung für Landwirte durch längerfristige Verträge, keine Flächenkonkurrenz zur Viehhaltung und langfristiges Engagement eines solventen Unternehmens.  

Diese und weitere Informationen wolle er auch im Rahmen einer Präsentation bei der nachgeholten Bürgerversammlung vortragen – und den Kreis Warendorf mit dem Kreis Steinfurt vergleichen, wo es  viel weniger freie Flächen für die Zwecke von Biogasanlagen gebe als hier.  
 

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 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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